
Schlüsselbändchen zur Erinnerung: Aus Bindfaden und Modelliermasse hat Carina Bornemann Abschiedsgeschenke für ihre AKI-Kinder gebastelt
Meschede. Zum Abschied gab es Kakao, Kuchen und selbstgebastelte Schlüsselanhänger. Am Freitag hatte Carina Bornemann nach sieben Jahren ihren letzten Arbeitstag im AKI.
Vor sieben Jahren hat Bornemann im AKI angefangen. Es war ihre erste Stelle nach der Ausbildung und erforderte viel mehr als die frisch gebackene Erzieherin bis dahin gelernt hatte. »Offene Kinder- und Jugendarbeit«, sagt sie, »war während der Ausbildung kein Thema.
Für viele Nachbarn war es das anfangs auch nicht. »Bei einigen gab es immer noch das Bild von rauchenden Kindern in Bretterbuden«, erinnert sie sich im Rückblick auf viele Auseinandersetzungen und die beiden Brände im Jugendzentrum. Als es vor fünf Jahren zum ersten Mal brannte hatte sie Existenzangst, »aber dann gab es einen großen Zusammenhalt.«
Was den ersten Brand ausgelöst hat, ist bis heute nicht sicher, beim zweiten Mal war es Brandstiftung. »Heute sind alle froh, dass es den AKI gibt« ist Bornemann überzeugt.
»Wenn der AKI nicht da wäre, gäbe es hier viel Langeweile und kein gemeinsames Lernen.« Kinder, die ihre Hausaufgaben nicht machen, oder im Winter ohne Pullover und Jacke aus dem Haus gehen gibt es immer noch.
Aber die Atmosphäre sei besser geworden. »Früher haben die Jugendlichen diesen Stadtteil ›Ghetto‹ genannt«, sagt Bornemann. Heute seien die verschiedenen Nationalitäten mehr gemischt. Durch die Stadtteilkonferenz und die gemeinsamen Feste habe sich viel geändert. »Russische und türkische Kinder spielen hier miteinander.«
Und sie sprechen dieselbe Sprache. Die, allerdings, sei härter geworden als vor sieben Jahren. Was für andere ein Schimpfwort sei gehöre für die meisten Kinder zum ganz alltäglichen Wortschatz. »Aber sie wissen auch oft nicht, was sie tun«, meint die Erzieherin versöhnlich.
Wenn sie sich an ihre schönsten Erlebnisse der vergangenen sieben Jahre erinnern soll, denkt sie zum Beispiel daran, wie eine Sechsjährige ein Fichtenbrett mit der bloßen Hand zerschlägt. Das war ein Selbstbehauptungskurs für Mädchen. »Vor allem sind es aber die vielen kleinen Gespräche mit den Kindern, in denen sie einem viel Persönliches anvertrauen.«
Ab Januar wird Carina Bornemann im Kindergarten »Mikado« arbeiten.

Die »vielen kleinen Gespräche« waren das Schönste – auch beim Abschiednehmen
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