Meschede. Der Automobil-Zulieferer Honsel hat mit den kreditgebenden Banken ein Stillhalteabkommen in Bezug auf die laufenden Kredite bis zum 31. März 2009 ausgehandelt. Der Hauptanteilseigner RHJ International S.A. wird zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen. Das teilte Honsel gestern per Presseinformation mit.
Neben dem Stillhalteabkommen mit den Banken hat Honsel auch mit den größten Kunden eine Einigung über die teilweise Kompensation der reduzierten Umsatzvolumina erzielt. Je nach Kunde gibt erhält Honsel 10 bis 20 Prozent weniger Aufträge. In der Motorengießerei wird mit einem Rückgang um bis zu 30 Prozent gerechnet.
Die sinkenden Nachfrage nach PKW und Nutzfahrzeugen in Folge der weltweiten Finanzkrise hatte Honsel bereits gezwungen, Kosten zu senken und die Produktion durch Betriebsferien und Kurzarbeit zu bremsen. Vor Weihnachten hatte ein Bericht der »Financial Times Deutschland« über eine drohende Insolvenz der Firma für Unruhe gesorgt.
Mit der Mitteilung, dass RHJ International Geld zuschießen wird, dürfte auch erst einmal das Gerücht vom Tisch sein, dass der von der Automobilkrise geschüttelte Finanzinvestor einen Käufer für seinen 82-prozentigen Anteil an Honsel sucht. Wahrscheinlich wird der Mehrheitseigentümer noch mehr Geld in die Hand nehmen müssen, denn in der Presseinformation heißt es weiter:
In den kommenden Monaten wird Honsel seine Restrukturierungsaktivitäten intensivieren und strebt dabei eine tiefgreifende Restrukturierung sowohl auf der operationellen als auch auf der Kapitalseite an.
(eigene Hervorhebung)
Wolfgang Werth von der IG Metall in Arnsberg erwartet, dass RHJ »tüchtig Schulden vom Markt zurückkaufen« wird. »Die Belastung des Unternehmens mit Zinsen und Tilgungen war für gute Zeiten gemacht«, so Werth. In der derzeitigen Krise gehe es so nicht weiter.
Wie sicher die Arbeitsplätze bei Honsel angesichts der derzeitigen Situation sind, bleibe abzuwarten. Nach einer im Sommer 2007 geschlossenen Betriebsvereinbarung soll es eigentlich bis Ende 2009 keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Es könne natürlich sein, so Werth, dass sich das Unternehmen daran nicht mehr gebunden sehe, weil mittlerweile eine völlig veränderte wirtschaftliche Situation herrsche. »Das müssten wir dann im Zweifelsfall gerichtlich überprüfen lassen.« Werth erwartet spätestens Ende Januar weitere Information von Honsel, wie es im Krisenjahr weitergehen solle.
Update 26.2.2009: WR Meschede: Honsel stellt rund 350 Stellen zur Disposition
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