Haltbare Lebensmittel und Kuscheltiere zum Fest

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein: Spielzeuge und Kuscheltiere gehören auch zum Angebot der Mescheder Tafel

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein: Spielzeuge und Kuscheltiere gehören auch zum Angebot der Mescheder Tafel

Meschede. »Eine Barbie-Puppe, toll!« Für das kleine Mädchen war es eine gelungene Weihnachtsüberraschung, mit der sie mit Sicherheit nicht gerechnet hat, als es am Freitag mit seiner Mutter im Laden der Mescheder Tafel einkaufte.

Von den fast 400 Weihnachtspaketen waren am Freitag nur noch wenige im Laden am Ittmecker Weg vorhanden. Schule, Kindergärten, kirchliche Gruppen und viele Einzelspender hatten sie gepackt.

Weihnachtspakete
Gehaltvoll und liebevoll verpackt waren die Weihnachtspakete, die Elmar Kleine an die Kunden der Tafel verteilen konnte

Gehaltvoll und liebevoll verpackt waren die Weihnachtspakete, die Elmar Kleine an die Kunden der Tafel verteilen konnte

»Die Freude bei den Beschenkten war riesig«, sagt Ute Sommer vom Tafel-Team. »Sonst bekommt man in unserem Laden ja nur Lebensmittel, die kurz vor dem Ablaufdatum sind. In den Weihnachtskisten waren jetzt mal Sachen, die man auch noch länger aufbewahren kann.«

Außer bei haltbaren Lebensmitteln sahen die Spender wohl auch einen großen Bedarf an Spielzeug und Kuscheltieren. Die letzten Exemplare fanden am Freitag neue Liebhaber.

Es war der letzte Öffnungstag und wie immer war der Laden gut besucht. Im Januar 2006 hat die Mescheder Tafel mit rund 50 Kunden angefangen, inzwischen sind es knapp 400, auf der Warteliste stehen 90 weitere Menschen, die sich von den Hartz-IV-Leistungen nicht ernähren können. »Die meisten kaufen für ihre Familien ein«, sagt Ute Sommer. »Die zurzeit größte Familie hat neun Kinder.«

Ute Sommer
Ute Sommer gehört zu den 40 ehrenamtlichen Helfern der Mescheder Tafel und freut sich über die große Spendenbereitschaft

Ute Sommer gehört zu den 40 ehrenamtlichen Helfern der Mescheder Tafel und freut sich über die große Spendenbereitschaft

Inzwischen fahren die 40 ehrenamtlichen Helfer auch bis nach Schmallenberg, um Lebensmittel einzusammeln. Immer mehr Geschäfte und beteiligen sich: Plus und die Bäckerei Sommer machen schon lange mit, ab dem nächsten Jahr will auch Kaufpark Lebensmittel abgeben. »Lidl hat extra einen Kühlschrank aufgestellt, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird«, sagt Sommer. Die Tafel musste deshalb nachrüsten und ist seit August mit einem eigenen Kühlwagen unterwegs.

Die große Zahl der Menschen, die an drei Tagen der Woche im Laden der Tafel einkaufen, sorgt aber nicht nur für Spendenbereitschaft. So gibt es immer wieder wütende Anrufe von Menschen, die glauben eine geerbte alte Pelzjacke oder ein alter Mercedes seien eindeutige Anzeichen für heimlichen Wohlstand.

Die Autos, mit denen die Kunden kommen, haben es einem Nachbarn besonders angetan. Er zeigt jeden Falschparker an. »Letztens kam wieder einmal die Polizei. und ein Mann, der hier eingekauft hatte, musste 15 Euro Bußgeld bezahlen, weil er mit zwei Rädern auf dem Bürgersteig geparkt hat«, berichtet Sommer. »Der Mann hat geweint.«

Die Tafel sagt Danke

für die Teilnahme an der Aktion »Fröhliche Weihnachten für alle«.

Neben den unzähligen Einzelspendern dankt das Team der Mescheder Tafel besonders der Walburga Realschule in Meschede, der Grundschule Schmallenberg-Berghausen, den Kindergärten Filippo Neri und St. Raphael in Meschede, dem Kindergarten Christkönig in Bestwig, der Gruppe Familiengottesdienst Wenholthausen, der kfd St. Walburga, der Caritas und der KJG Wehrstapel-Heinrichsthal.

Weitersagen

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • del.icio.us
  • Facebook
  • email
  • Technorati
  • TwitThis
  • YahooMyWeb
  • Linkarena
  • Wikio DE
  • Y!GG
  • Bloglines
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • Webnews

Schlagworte: , , , , ,

2 Kommentare

  1. scroll’s avatar

    Wir wollen keine Almosen wir brauchen eine Hartz IV Regelsatz Erhöhung.
    Und das Kindergeld darf Nicht mehr
    auf dem Hartz IV Regelsatz angerechnet werden. Wir Wollen auch Keine »Tafeln«
    Lieber lass ich meine Kinder Hungern als zur Tafel zu gehen.
    Wer Schreit nach dem Staat das sind doch die Lobbyisten.
    Die an der Börse Milliarden Verzockt haben.
    Und die Merkel die Sofort in nur einer woche 500 Milliarden
    den Lobbyisten und Manager in den Rachen schiebt.
    Bevor das Geld verzockt werden konnte, wurde es erst einmal eingesammelt – durch Agenda 2010, Hartz IV, Leiharbeit und Niedriglohn.
    Aber Geld gegen die Armut hat die Merkel nicht.
    Ich habe über dreißig Jahre gearbeitet, hatte viel Geld, nun bin ich wohl das, was man arm nennt.Dank dem Hartz IV und noch mal zum mit schreiben
    Ich gehen NIEMALS zur Tafel um Essensabfall für 1 Euro zu kaufen
    Die Tafeln sind ein beschämendes Armutszeugnis.
    Es kommt aber auf den Staat an, die Ursache ( Hartz IV ) von Armut wirksam zu bekämpfen.
    Und Arbeit suchen es gibt in Deutschland nur Ein-Euro-Jobs oder Niedriglöhne
    »Armutslöhne«. Wo man wieder bei Hartz IV ist.

  2. Stefan Nawrath’s avatar

    Der jüngste Antrag der Linkspartei und der Grünen auf Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze wurde von der Großen Koalition und der FDP erwartungsgemäß abgelehnt mit der Begründung, einer außerplanmäßigen Anhebung der Bezüge fehle die Rechtfertigung und deshalb seien höhere Hartz-IV-Leistungen gesellschaftspolitisch nicht vertretbar.
    Es muss Schluss damit sein, dass wir zwar alle 4 Jahre zur Wahl gehen dürfen, dann aber uns alles gefallen lassen müssen und kein aktives Mitspracherecht haben.
    Ich kenne unter anderem die Bayreuther Tafel: da stehen die armen Menschen jeden Mittwoch und Samstag ab 12.30 Uhr an und die letzten »Kunden« gehen nach Hause, wenn es schon längst dunkel ist. Dafür bekommen sie Reste und verwelktes Gemüse. Manche haben eben Pech und gehen mit leeren Taschen wieder nach Hause. Sie haben leider die falsche Farbe gezogen. Das hat in einem sog. Sozialstaat nichts mehr mit Menschenwürde zu tun. Für unsinnige Bundeswehreinsätze weltweit ist scheinbar ausreichend Geld da, aber für die Armen hat dieser Staat nichts übrig.
    Die Politiker, bestens versorgte Staatsdiener, muten uns Dinge zu, von denen sie niemals betroffen sein werden.
    Deshalb rufe ich alle von Hartz IV betroffenen Bürgerinnen und Bürger für 2009 zum aktiven Widerstand auf: demonstrieren wir für eine Abkehr von der Agenda 2010 und die Abschaffung der völlig sinnlosen »Ein-Euro-Jobs«, die nur den Zweck haben, Menschen aus der Arbeitslosenstatistik zu schmeißen. Ebenso müssen willkürliche Sanktionen, die hin bis zu 0,00 Euro gehen können, sofort gestoppt werden. Die allermeisten Hartz-IV-ler möchten arbeiten, aber nicht zu einem Hungerlohn.
    Unsere Politik ist verlogen und ziellos. Seit dem 01.08.2007 muss ich schon von Hartz IV leben und habe jede Hoffnung auf ein würdiges Leben aufgegeben.
    Trotz dieser schweren Zeit wünsche ich Euch eine besinnliche Weihnacht.
    Trotzdem muss ich den Tafeln mein Lob aussprechen. Denn hier arbeiten die Menschen ehrenamtlich. Für die bisweilen schlechte Qualität der gespendeten Lebensmittel können sich auch nichts.

Die Kommentarfunktion ist abgeschaltet.