
Alte Schule unter dem Hammer: Die Nachbarn sind neugierig
Heringhausen. Die Versteigerung der alten Schule fand sehr großes Interesse – allerdings eher bei den Zuschauern. Ein Erfolg war die erste freiwillig Immobilienauktion in der Gemeinde Bestwig trotzdem.
Immerhin drei Interessenten sind gekommen. Gemeinsam mit Auktionator Uli Grothoff gehen sie durch das ungeheizte Haus. Sie sehen sich die 16 kleinen Wohnungen an, überlegen, was man damit machen könnte, was man machen müsste. Ein weiterer Interessent steht bereit für den Fall, dass die alte Schule nicht für den Mindestpreis von 99 000 Euro weg geht. Er hat einen anderen Vorschlag.
Den letzten Mieter hat Grothoff vor zwei Monaten hier verabschiedet. Seitdem wird das Gebäude nicht mehr beheizt und inzwischen riecht es auch ein bisschen muffig. Zwei Sofas stehen noch in einem Appartment, hier und da hängen noch Lampen, im Keller steht noch ein Fitness-Gerät.
Ein Interessent denkt daran, hier eventuell wieder Wohungen zu vermieten. Die Saisonkräfte von Fort Fun brauchen kleine Wohnungen, alleinstehende Hartz-IV-Empfänger auch. »Das Amt bewilligt 4,60 Euro pro Quadratmeter«, ermuntert Aktionator Grothoff, »das ist doch kein schlechter Preis.«
Ein Ehepaar aus Bochum verabschiedet sich, bevor die Auktion beginnt. »Hier ist zu viel zu tun«, sagen sie. Sie möchten am liebsten sofort mit dem Betrieb beginnen, ohne lange Bauzeit. Im Harz ist ein Hotel für 250 000 Euro zu haben, an dem sie mehr Interesse haben.
Als die Auktion beginnt, sind rund 40 Menschen um Auktionator Grothoff versammelt. Er muss aber nur zwei Bietkarten verteilen.
Die Gebote kommen schnell: 100-, 105-, 110 000. Zum Ersten, zum Zweiten, 120 000. Drei Mal muss Grothoff anfangen zu zählen, dann fällt der Zuschlag bei 135 000 Euro. Zwei Interessenten aus Sundern haben sich zusammengetan. Was sie mit dem Haus machen möchten, wie sie es nutzen möchten, das wollen sie noch nicht sagen. Vorschläge von den Heringhausern gibt es genug: »Ganz viel gibt es hier.«
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