Leseabend mit Bomben, Sex und Menschenführung

Jan Schultealbert hat es getan

Jan Schultealbert hat es getan

Eversberg. Ein Buch ist ein Sprengsatz, um die Fantasie freizusetzen: Zu diesem Schluss kommt die englische Königin in dem Buch von Alen Bennett, das Gisela Fildhaut beim dritten Leseabend des Fördervereins der Stadtbücherei in der Villa KünstlerBunt vorstellte.

»Die souveräne Leserin« erzählt, wie die Queen ans Schmökern kommt und dabei ihrer königlichen Pflichten überdrüssig wird. Am Ende wird ihre Lektüre vom Sicherheitsdienst durch ein kontrollierte Sprengung entschärft.

Vorsorglich entschärft hatte die Vorsitzende des Fördervereins, Erika Siebels, die Stellen, die Jan Schultealbert für den Leseabend ausgesucht hatte. In »Doing It« von Melvin Burgess geht es um Sex – für 18-jährige Jugendparlamentarierer kein völlig trockenes Thema, für die rund vierzig neugierigen Zuhörer auch nicht. Burgess macht nicht viele sprachliche Umschweife, wenn es ums Wesentliche geht, aber die Ansicht darüber, was das Wesentliche eigentlich ist, ändert sich im Laufe der Erzählung bei den Protagonisten. »Es ist interessant, diese Veränderung zu verfolgen«, sagt Schultealbert. »Am Anfang denken sie an Sex, am Ende sehen sie ihr Gegenüber mit ganz anderen Augen.«

Gisela Fildhaut

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Allan Bennett, Die souveräne Leserin

Jan Schultealbert

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Melvin Burgess, Doing It

Annegret Meininghaus

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Hatice Akyün, Einmal Hans mit scharfer Soße: Leben in zwei Welten

Eberhard Borghoff

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Karl Schaefer, Die Holzschale der Kahns: Erinnerungen aus meiner Kindheit im Dritten Reich, im Krieg und in der Nachkriegszeit

Jürgen Bechtloff

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Kevin Leman und William Pentak, Das Hirtenprinzip – Sieben Erfolgsrezepte guter Menschenführung

Den Blick mit den anderen Augen findet auch Annegret Meininghaus sehr reizvoll. Das Leben in zwei Welten beschreibt Hatice Akyün in »Hans mit scharfer Soße«. Auch darin geht es um Sinnliches. »Für deutsche Männer bin ich die verbotene exotische Frucht und für deutsche Frauen der Grund, ihre Haare zu hassen«, beschreibt die Autorin sich selbst. Der sehr persönliche Blick, den die Türkin mit deutschem Pass auf den deutschen »Hans« wirft, sorgte vor allem bei den Zuhörerinnen für verständnisvolle Erheiterung.

Sehr persönlich war auch, was Brigitte Frings den Zuhörern mitgebracht hatte: ihre handgeschriebene Kladde. Darin sammelt sie, wie sie sagt, seit Ewigkeiten, was ihr gefällt.

Eine ganz persönliche Beziehung zu dem Buch, dass er vorstellte, hat auch Eberhard Borghoff. In »Die Holzschale der Kahns« erzählt sein ehemaliger Klassenlehrer Karl Schaefer von seiner Kindheit im Dritten Reich und der Mescheder Familie Kahn, die in Auschwitz ermordet wurde.

Für ein Fachbuch hatte sich Jürgen Bechtloff entschieden. »Das Hirtenprinzip – Sieben Erfolgsrezepte guter Menschenführung« von Kevin Leman und William Pentak ist weniger kompliziert als die Technik mit der sich der Dekann der Fachhochschule in Meschede sonst auseinandersetzt.

Nicht in der Stadtbücherei sondern bei YouTube ist das Rahmenprogramm des Leseabends zu finden. Emily (16) und Fiona (14) Wattison haben bereits 40 Musikvideos aufgenommen und ins Internet gestellt. Als »Fiomily« haben sie dort schon eine beachtliche Fan-Gemeinde, seit Freitagabend wohl auch in Eversberg.

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