Kinderpornografie: Strafe für Internet-Nutzer

Meschede. Vier Jahre lang stöberte der 44-jährige Angeklagte täglich im Internet. Nach eigenen Angaben hat er dabei rund 72 000 Bilddateien mit pornografischem Inhalt herunter geladen. Darunter war auch Kinderpornografie und die wurde ihm zum Verhängnis.

Im Dezember vergangenen Jahres kam die Polizei tausenden von Internet-Nutzern auf die Spur, die kinderpornografische Darstellungen auf ihre Rechner geladen hatten. In der so genannten »Operation Himmel« spürten die Landespolizeibehörden rund 12 000 Internet-Nutzern nach, etwa 3 000 Verdächtige gerieten laut verschiedener Medienberichte allein in Nordrhein-Westfalen ins Visier der Fahnder.

So erschien die Polizei im Januar diesen Jahres auch bei dem Angeklagten in Meschede. Auf dessen Rechner fand sie mehr als 200 Bilddateien, die sexuelle Handlungen an und mit Kindern – teilweise auch an Kleinstkinder – zeigen.

Vor Gericht gab der Angeklagte alles zu. Pädophil sei er nicht, sagte er, konnte aber auch nicht erklären, warum er diese Dateien gespeichert hatte. Die Kinderporno-Seiten öffneten sich manchmal von alleine, wenn man andere Porno-Seiten aufrufe. Er habe auch immer wieder Bilder gelöscht, sei sich aber nicht darüber im Klaren gewesen, dass auch gelöschte Dateien auf einem Rechner immer wieder herstellbar seien.

Das Schöffengericht folgte in seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den nicht vorbestraften Mann wegen Erwerbs und Besitzes kinderpornografischer Schriften zu einem Jahr Haft auf Bewährung und der Zahlung von 2 000 Euro an den Kinderschutzbund.

Die Frage einer Geldstrafe habe sich nicht ernsthaft gestellt, sagte Richterin Doris Goß in ihrer Urteilsbegründung. Das Gericht habe eher überlegt, ob es über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus gehen sollte. Letztendlich sei das Geständnis und die ehrliche Auskunft des Angeklagten sehr stark im Urteil berücksichtigt worden.

»Ich halte Sie nicht für gefährlich«, sagte Goß, »aber Sie missbrauchen die Kinder mittelbar und die Kinderporno-Industrie wird durch Leute wie Sie am Leben gehalten.«

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