Internat Bad Fredeburg: Bewährtes erhalten, Veraltetes erneuern

Markenzeichen: Fechten ist Pflicht im Internat Bad Fredeburg

Markenzeichen: Fechten ist Pflicht im Internat Bad Fredeburg

Bad Fredeburg. Eltern, ehemalige Schüler und Interessenten nutzten am Sonntag den Tag der offenen Tür, um sich über Neues und Bewährtes im Internat Bad Fredeburg zu informieren.

Neu ist im Internat so ziemlich alles, was mit dem Gebäude zu tun hat. Rund 1,9 Millionen Euro hat das Sozialwerk St. Georg in Heizung, Elektrik, Fenster, Türen, Bodenbeläge und Außenanlagen investiert.

Neu ist auch das Wohngruppenkonzept. »Als ich hier war, haben wir da drin zu dritt und zu viert geschlafen«, erinnert sich ein Besucher, der aus Ostfriesland angereist ist, um sein altes Internat noch einmal zu sehen. »Die Zimmer waren aber auch nur zum Schlafen da. Tagsüber waren wir nur in den Aufenthaltsräumen.« Jetzt hat das Haus 53 Einzel- und fünf Doppelzimmer. Jeweils acht Schüler leben in einer familienähnlichen Wohngruppe, wo sie von zwei bis vier Erziehern rund um die Uhr betreut werden.

Breakdance
Disziplin und viel Bewegung gehören zum bewährten Konzept des Hauses: Auch Breakdance steht auf dem Programm

Disziplin und viel Bewegung gehören zum bewährten Konzept des Hauses: Auch Breakdance steht auf dem Programm

Geblieben ist die Spezialisierung auf Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom und Hyperaktivität und ein großes Freizeitangebot. Fechten ist auch weiterhin Pflicht im Internat und so etwas wie ein Markenzeichen des Hauses. Daneben gibt es noch Hallenhockey, Basketball, Fußball, Laufen und »Gesundheitssport« für jeden, der sich beim Rauch erwischen lässt. Auch ein Musikzimmer steht bereit.

»Wir sind kein Elite-Internat«, betont der Leiter, Michael Startmann«, sondern eine Einrichtung der Jugendhilfe. Die Unterbringungskosten von 125 Euro pro Tag werden von den Jugendämtern der Gemeinden bezahlt, aus denen die Kinder kommen. Die Eltern beteiligen sich je nach Höhe ihres verfügbaren Einkommens daran. Zweimal im Jahr kommen Eltern und die Vertreter der Jugendämter ins Haus, um Ziel der Erziehung und der schulischen Entwicklung mit den Erziehern, Sozialpädagogen und Psychologen des Hauses zu besprechen.

Nach dem Missbrauchsskandal um den ehemaligen Leiter und der Insolvenz des Hauses, hat man im vergangenen Jahr mit dreißig Kindern neu angefangen. Jetzt leben fünfzig Kinder und junge Erwachsene im Alter von 9 bis 18 Jahren hier. Sie besuchen die örtlichen Schulen, zwei machen keine Handwerksausbildung.

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Ein Kommentar

  1. Ingrid Hamacher’s avatar

    mein heute 35 Jähriger Sohn verbrachte Anfang der 80ziger Jahre einige Jahre im Internat Fredeburg- noch privat unter Familie Kling- genossen die Kinder außer der externen Schule eine Ausbildung fürs Leben- mein Sohn ist noch Heute stolz Schüler des Internates gewesen zu sein.1982 kostete das Internat für einen 9 jährigen ca. 1500 DM ohne Zuschüsse- aber man muß in die Bildung und in die Jugend investieren – schade wenn der Ruf eines solch brillianten Internates zu Schaden kommt – weil Padogogen nicht ausreichend überprüft werden- und das Kollegium mal wieder weg schaut- Wann lernen Lehrkräfte endlich das Sie eine besondere Verantwortung haben.

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