Kochen für den schmalen Geldbeutel

Spaß am Herd: Kochen für den schmalen Geldbeutel

Spaß am Herd: Kochen für den schmalen Geldbeutel

Meschede. »Heute machen wir alles, was mit Pfannkuchen zu tun hat«, verkündet Carla Scholz. Für die Teilnehmer des Kochkurses für den schmalen Geldbeutel hat sie Rezepte und Zutaten mit gebracht. Von süß bis herzhaft ist alles günstig.

Zehn Teilnehmer sind am Donnerstagabend in die Küche der St. Walburga Realschule gekommen, eine Teilnehmerin ist sogar aus Soest angereist. »Ich wollte so einen Kochkurs immer schon einmal machen, aber bei uns wird das nicht angeboten«, erklärt sie. »Aber mein Freund wohnt in Eversberg, damit habe ich noch mehr Grund nach Meschede zu kommen.«

Bevor die sechs Frauen und drei Männer sich ans Werk machen, gibt Kursleiterin Scholz noch ein paar allgemeine Hinweise. »Bratpfannen sollten eigentlich nicht mit Seife gespült werden.« Das gilt jedenfalls für die unbeschichteten, denn die brauchen eine Patina damit es flutscht. Besser als spülen, so Scholz, ist es, die Pfanne auf dem Herd heiß zu machen und mit Öl auszuwischen.

Besser als Weißmehl (Type 405) ist Vollkornmehl, denn das ist nicht nur gesünder, sondern auch sättigender. Jedermanns Geschmack ist das aber nicht. »Zur Gewöhnung kann man beide Sorten erstmal mischen«, was die heute Abend schon mal für die Teilnehmer gemacht hat.

Dann geht es ans Werk. In Gruppen aufgeteilt, fabrizieren die Teilnehmer Pfannkuchen mit Spinat, mit Äpfeln, mit Paprika und Schinkenwürfeln und eine überbackene Pfannkuchentorte mit Hackfleisch. Beim Einkauf der Zutaten hat die Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin Scholz nicht nur auf den Preis geachtet. Bei der Instant-Brühe, mit der das Hackfleisch abgeschmeckt wird, hat sie lieber die teure Variante genommen, »weil die ohne Zusatzstoffe ist.«

Fliegender Pfannkuchen
Fliegender Pfannkuchen: Ein günstiger Spaß

Pfannkuchen: Ein günstiger Spaß

Das Kochen ist eigentlich keinem der Teilnehmer fremd. »Ich bin fast 50 Jahre alt und musste mich auch schon in der tiefsten Wildnis ernähren«, sagt Carsten Richter. »Ich bin wegen der Rezepte hier und um zu sehen, wie es noch billiger geht.«

Billig sind nicht nur die Zutaten, sondern auch der Kurs. Die Teilnahmegebühr pro Abend beträgt nur zwei Euro. Die übrigen Kosten trägt die Caritas. Die hatte den Kochkurs Anfang des Jahres schon einmal angeboten, aber da hatten sich nur drei Interessenten gemeldet. »Es hat vielleicht den zweiten Anlauf gebraucht«, meint Caritas-Koordinator Hubertus Feldmann. Nun bestehe schon Interesse an einer Fortsetzung. Die Erfahrung in anderen Caritas-Verbänden sei ähnlich: erst laufe es schleppend an, dann wachse die Nachfrage oft so sehr, dass man mehrere Kochkurse parallel anbieten könne.

Vielleicht hat es auch geholfen, sich bei der Zielgruppe nicht nur auf Hartz-IV-Haushalte zu konzentrieren. »Wir haben auch junge Mütter dabei«, sagt Feldmann, »die wollten wir erreichen.
Die Stimmung im Kurs ist heiter bis ausgelassen – vor allem bei der spannenden Frage, ob der fliegende Pfannkuchen wieder in der Pfanne landet.

Am Ende landet alles auf dem Teller. Die Stimmung sei längst nicht in allen Kochkursen so schön, ist zu erfahren. »Es kommt immer auf die Gruppe an.« Zum gemeinsamen Abendessen haben zwei Teilnehmerinnen Wein mitgebracht. Und so versammelt sich die Runde zum späten Abendessen mit vier Gängen – alles Pfannkuchen.

Essen hält Leib und Seele zusammen: Überbackene Pfannkuchentorte mit Hackfleisch

Essen hält Leib und Seele zusammen: Überbackene Pfannkuchentorte mit Hackfleisch

Weitersagen

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • del.icio.us
  • Facebook
  • email
  • Technorati
  • TwitThis
  • YahooMyWeb
  • Linkarena
  • Wikio DE
  • Y!GG
  • Bloglines
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • Webnews

Schlagworte: , , , , , ,