
Kosten- und verkehrsgünstiger: Gisbert Breuckmann, Klaus Höhmann, Arnulf Diese und Roland Otte präsentierten am Freitag ihren Entwurf für ein neues Feuerwehrgerätehaus
Freienohl. Der Streit um den richtigen Standort für das neue Feuerwehrgerätehaus in Freienohl geht in eine neue Runde. Nach vielen Rats- und Ausschusssitzungen, Anwohnerprotesten, Leserbriefen und einem gescheiterten Einspruchsverfahren, legt die Bürgerinitiative »Verantwortungsvolle Bürger« nun einen eigenen Entwurf vor.
Er habe sich immer gefragt, warum die Stadt keinen Vorschlag für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses am alten Standort vorlegt, sagt Arnulf Diese von der Bürgerinitiative. Der eigene Entwurf soll die Diskussion um den Standort wieder versachlichen.
Fünf Garagen mit direkter Zufahrt zur Hauptstraße, 25 Pkw-Stellplätze, Nebenräume, Sozialräume, Duschen – das alles ist auch am derzeitigen Standort des Feuerwehrgerätehauses möglich. Selbst eine sechste Garage für ein weiteres Löschfahrzeug und 15 weitere Parkplätze für die Privatfahrzeuge der Feuerwehrleute ließen sich verwirklichen.
So sieht es die detaillierte Machbarkeitsstudie vor, welche die Architekten Klaus Höhmann und Roland Otte im Auftrag der Bürgerinitiative erarbeitet haben. Die Studie orientiert sich sowohl an den geltenden Bauvorschriften für Feuerwehrgerätehäuser als auch am Brandschutzplan der Stadt Meschede.
Damit die Freienohler Feuerwehr während des Neubaus nicht im Regen steht, könnte in zwei Abschnitten gebaut werden. Zuerst würde der Neubau mit den Stellplätzen für die Einsatzfahrzeuge neben dem jetzigen Gerätehaus entstehen. Die Löschfahrzeuge könnten dann künftig geradeaus auf die Hauptstraße fahren.
Im zweiten Bauabschnitt würde das alte Gerätehaus abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der wäre etwas schmaler als das jetzige Haus und würde Platz für ausreichend viele Pkw-Stellplätze auf dem Grundstück schaffen.
Weitere Parkplätze könnten auf dem Dach der Fahrzeughalle entstehen, wenn man die hintere Mauer anschüttet und eine Zufahrt über die Straße »Alter Weg« schafft.
Die Baukosten wären laut Höhmann ebenso hoch wie für einen Neubau an der Ruhr. Weil an der Hauptstraße keine Hochwasserschutz erforderlich sei, so Höhmann, wären die Gesamtkosten für einen Neubau an der Hauptstraße sogar geringer.
Auch in Sachen Zukunftssicherheit, sei ihr Entwurf dem der Stadt überlegen. Er lasse nicht nur zwei Garagen mehr zu, sondern werde auch durch kein Hochwasser beeinträchtigt.
»Wir haben unseren Entwurf heute an die Feuerwehr und die Stadtverwaltung weitergeleitet«, sagte Diese am Freitag. »Ich bin gespannt auf die Reaktionen.«
Hier ist der Entwurf in allen Details
- Erdgeschoss (PDF, 596 KB)
- Obergeschoss (PDF, 510 KB)
- Lageplan mit Parkdeck (PDF, 1,5 MB)
- Gebäudeschnitte (PDF, 359 KB)
© Höhmann/Otte
Update 25. August 2008: Mal sehen
Heute ist der Entwurf im Rathaus eingetroffen. »Vieles kommt mir mehr als bekannt vor«, sagte Bürgermeister Uli Hess in einer ersten Reaktion.
Die Stadt habe den Neubau an der Hauptstraße durchaus geprüft, so Hess. Man sei damals zu der Ansicht gelangt, dass dieser Standort keine vergleichbaren Erweiterungsmöglichkeiten biete, wie ein Neubau in der Straße »Im Ohl«. Bislang habe sich aber niemand nach diesen alten Plänen erkundigt.
»Ich habe den Entwurf der Bürgerinitiative zur sorgfältigen Prüfung an den zuständigen Fachbereich weitergegeben«, sagte Hess. Er werde den Stadtrat in der kommenden Sitzung am 4. September über das Ergebnis der Prüfung unterrichten.
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