Zebramuschel lauert am Hennesee

Scharfes kleines Ding: die Zebramuschel

Meschede. Der niedrige Wasserstand des Hennesees bringt in diesem Sommer eine besondere Gefahr mit sich. Die wird bis zu 40 Millimeter groß und kann tiefe Schnittwunden verursachen. Die DLRG mahnt Badegäste zur Vorsicht.

Dreikant-, Dreiecks- oder Wandermuschel, umgangssprachlich auch Zebramuschel, heißt das Tierchen mit der scharfkantigen Schale. Normalerweise lebt es in einer Wassertiefe, in die gesunde Badegäste nicht vorstoßen. Aber jetzt ist der Hennesee neuneinhalb Meter unter seinem normalen Niveau und die Muschel kommt ans Licht – und in die Reichweite nackter Füße.

DLRG passt auf
Endro Sassenberg und Anja Schmidt behalten die Zebramuschel im Auge

DLRG-Chef Endro Sassenberg wurde am Wochenende von einem entsetzten Vater alarmiert. Sein Sohn war auf eine der zahllosen Muscheln getreten und hatte sich eine tiefe Schnittwunde zugezogen. »Dann wollte der Vater wohl nachsehen, was den Schnitt verursacht hatte, und griff prompt wieder in dieselbe Muschel«, berichtet Sassenberg. Es floss noch mehr Blut.

Sassenberg wandte sich an Christof Sommer vom Ruhrverband und der wusste, welche Muschel das war. Die Zebramuschel heftet sich an Steine, Wasserpflanzen und – sofern vorhanden – Großmuscheln. Wasservögeln und Karpfen dient sie als zusätzliche Nahrungsquelle. Nützlich ist sie wohl auch, wenn sie noch lebt: Laut Wikipedia hat sich die Sichttiefe des nordamerikanischen Erie-Sees seit den 1980er Jahren durch die starke Filterwirkung der Muschel verdoppelt.

Dass das Wasser des Hennesees in diesem Jahr so klar ist wie kaum zuvor, weiß auch DLRG-Vize Anja Schmidt von ihren Tauchgängen zu berichten. Ob das an der Zebramuschel liegt, weiß sie aber nicht.

Den Badegästen würde das auch nichts nützen. Die kleinen Muscheln sind zwischen den Steinen am Ufer kaum zu erkennen. Die DLRG rät daher dringend, Badelatschen zu benutzen. »Das gilt auch für die Badebucht«, sagt Sassenberg, »denn die Muschel ist überall.«

Wer sich verletzt, sollte die Wunde wegen der Infektionsgefahr von einem Arzt begutachten lassen. Die DLRG wird in den kommenden Wochen verstärkt patrouillieren und Badegäste auf die Gefahr aufmerksam machen.

Zwischen den Steinen lauert die Zebramuschel

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