Existenzgründung mit Baggern und U-Booten

Monika Kromer in ihrer Werkstatt

Meschede. Modellbauer bauen zwar alles mögliche, aber U-Boote sind doch eher selten. »Mich reizt das außergewöhnliche«, sagt Monika Kromer, der selbst U-Boote zu gewöhnlich sind.

Ein U-Boot am Hennesee
Nemo schwimmt auch im Hennesee – bis zu vier Meter tief

Ein U-Boot namens Biber
Das nächste U-Boot hat einen Pelz

Steuerelektronik für U-Boote
Steuerelektronik für U-Boote: Maßanfertigung lässt auch die ausgefallensten Wünsche war werden

Baggerproduktion
Totaloperation: Aus einem Sandkastenspielzeug wird ein Fernlenk-Bagger

Leistungsstarker Mini-Bagger
Der schafft Freude und was weg: Fernlenk-Bagger mit robusten Motoren

»Die meisten bauen Kriegsboote«, sagt Monika Kromer und zeigt als Beispiel ihren »Delfin«. Im wirklichen Leben war der Delfin ein fünfeinhalb Meter langes Ein-Mann-U-Boot, dessen Pilot sich kurz vor dem Einschlag in ein feindliches Schiff per Schleudersitz retten sollte.

Kromers Modell ist 40 Zentimeter lang. »Aber das ist definitiv nicht mein Gebiet«, sagt sie. »Es sollte etwas besonderes sein, was auch auffällig ist.« So kam sie auf Nemo.

Für das Modell des Clown-Fischs aus dem Trickfilm »Findet Nemo« gab es keinen Bausatz. »Ich habe den Videofilm immer wieder auf Stopp gestellt und mir das Gesicht genau angesehen.« Das Gesicht hat sie mit Knete modelliert, eine Gipsform gebaut und mit Autospachtel ausgegossen. »Nur für das Gesicht habe ich acht Wochen gebraucht.«

Das Gesicht ziert nun einen Rumpf aus Glasfaser. Motor, Tauchtank, zwei Servos für die Höhen- und Seitensteuerung – alles hat sie irgendwie so passend gemacht, dass ihr Modell-Nemo nun über und unter Wasser mit drei bis vier Kilometer pro Stunde schwimmt.

Und wenn er schwimmt – in einem See oder im Freibad – ist ihm die Aufmerksamkeit des Publikums sicher. U-Boote stehlen jedem Schiffsmodell die Schau. »Und gerade der Nemo zieht Kinder ganz besonders an.«

Das nächste U-Boot wird wieder ein Tier: Der Biber wird mit einem Jet-Antrieb durchs Wasser schwimmen. Es gibt auch ein U-Boot dieses Namens, aber Kromers Biber hat auch einen Pelz.

Ihre Kinder haben Monika Kromer auch noch auf eines ganz anderes Modellbauprodukt gebraucht: Bagger. Die Leistung eines ferngesteuerten Baggers, den sie für ihre Kinder gekauft hatte, ließ zu wünschen übrig. Mit Sand war er überfordert, nur Sägemehl konnte er heben, und auch das nur, wenn kein anderer Bagger in der Nähe war.

Existenzgründung ohne Zuschuss

Rund 80 Arbeitsstunden hat Monika Kromer investiert, um einen Geschäftsplan für ihren Antrag auf einen Existenzgründungszuschuss zu schreiben.

Den Zuschuss gab es aber nicht. Sie müsse Kooperationspartner vorweisen, hieß es. Die bekommt man aber erst, wenn man selbst Geld investiert und ein Geschäft auf die Beine gestellt hat. Auch den asiatischen Markt hätte sie mehr im Blick haben sollen.

Inzwischen läuft es auch ohne die Marktkenner vom Amt.

momo-sauerland.de

»Aus dieser Not heraus haben wir uns unseren eigenen Bagger gebaut, der auch richtigen Sand und kleine Steine baggern kann.« Ein richtiger Funkkanal sorgt dafür, dass auch zwei oder mehr Kinder gleichzeitig mit ferngesteuerten Baggern spielen können.
Das Rohprodukt für die eigene Entwicklung ist ein Plastikspielzeug für den Sandkasten. Kromer zerlegt es in seine Bestandteile und baut in rund 15 Stunden Funkempfänger und Motoren ein.

Aus dem Hobby hat sich eine Geschäftsidee entwickelt. Seit einem Jahr ist sie selbständig und liefert ihre Bagger auf Bestellung, als Selbstbausatz oder komplett. Für »U-Boot-Fahrer« entwickelt und schreibt sie die Programme, die auf einem winzigen Chip die Funktionen von Lampen, Pumpen und Lagereglern steuern.

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Ein Kommentar

  1. Sebastian’s avatar

    Nemo als fernsteuerbares Uboot. Was könnte man sich als kleiner Junge mehr wünschen?
    Damit könnte die Dame richtig Geld machen, wenn sie die lizenz erwirbt :D

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