Milchbauern machen ernst

BDM-Team Hochsauerland: Wir liefern keine Milch mehr

Herhagen. Seit gestern machen sie ernst: Die Milchbauern im Sauerland schließen sich dem bundesweiten Milchstreik an. Wer viel Milch trinkt, sollte sich einen Vorrat anlegen.

Wenn die Handelsketten jetzt in den Medien versichern, dass die Regale nicht leer werden, sei das nur dazu gedacht, die Bauern verrückt zu machen und die Verbraucher in falscher Sicherheit zu wiegen, sagt Michael Erves. Er gehört zum Leitungsteam Hochsauerland des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) und er ist ganz sicher, dass die Milch in den nächsten Tagen knapp wird. »Mit jedem Hamsterkauf solidarisieren sich die Verbraucher mit den Milchbauern«, so Erves.

Im Sauerland sind 242 der insgesamt 352 Milcherzeuger Mitglied im BDM. »Wir haben gestern Abend alle Nicht-Mitgliedsbetriebe abgefahren. Von denen schließen sich mehr als 80 Prozent dem Streik an«, berichtet Erves gestern auf dem Hof von Georg Babilon in Herhagen.

Bis der Grundpreis von jetzt 33 Cent auf 43 Cent gestiegen ist, werden die Bauern ihre Milch »innerbetrieblich« verwenden. Das heißt: Die Milch geht an die Kälber, die eigenen Kinder und wird zu einem Teil unter das Futter für die Kühe gemischt. Unter die Gülle gemischt wird ein Teil der Milch auch als Dünger auf den Wiesen und Äckern landen. Für einen Betrieb mit 40 bis 50 Kühen bedeuten zehn Tage Streik einen Einnahmeausfall von rund 4000 Euro. »Das ist viel weniger, als uns der der miserable Milchpreis in einem Jahr kostet«, sagt Georg Babilon, denn zur Zeit zahlen die Bauern wegen der gestiegenen Kosten für Energie, Futter und Dünger bei der Milchproduktion drauf.

Die Milchbauern fordern einen Grundpreis von 43 Cent pro Kilogramm Milch. Außerdem fordern sie eine Flexibilisierung der Quotenregelung und marktentlastende Maßnahmen von den deutschen Molkereien.

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Ein Kommentar

  1. U Harms’s avatar

    Der Boykott wird auch hier in Namibia positiv bewertet, denn auch hier können die Farmer keine Marktpreise für ihre Produkte erhalten, Brennstoff und Dügerpreise steigen ins Unendliche.

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