
Meschede. Ein Fernsehbericht hat Mutter und Tochter begeistert. Spontan entschieden sie: Das machen wir auch mal. Das war im vor einem Jahr. Jetzt suchen sie sich einen günstigen Flug und dann heißt es: »Wir sind dann mal weg.«
»Es war eine spontane Idee«, sagt Agathe Hanses. Im Fernsehen hatten sie etwas über den Pilgerweg nach Santiago de Compostela gesehen. »Ich fragte meine Tochter: ›Sollen wir das nicht auch mal machen?‹ Und sie sagte spontan ja.« Seit Januar hat das Vorhaben immer konkretere Formen angenommen. Jetzt stehen die Rucksäcke bereit.
Ein Billigflieger hat Bilbao auf der Liste seiner Ziele. »Aber wenn wir von dort aus losgehen, kommen wir ja nicht über die Pyrenäen.« Also doch eher von Perpignan aus, wie Hape Kerkeling?
Aus dem Internet haben sich Mutter und Tochter schon weitere Informationen über den Jakobsweg besorgt. Da findet sich sogar ein Packliste für den Rucksack. »Da steht erstaunlich wenig drauf«, sagt Tochter Christine. Sie hat inzwischen die Schule beendet und die Reise ist gewissermaßen das Geschenk zum bestandenen Abitur.
»Der Rucksack sollte nicht schwerer sein, als 10 Prozent des eigenen Körpergewichts«, hat Christine recherchiert. Für die beiden bedeutet das: Höchstens sechs Kilogramm Gepäck können sie mitnehmen. Regenschutz, Schlafsack, Isomatte, drei Paar Socken, zwei leichte Pullover, eine Hose zum Wechseln, Seife, Zahnpasta und Blasenpflaster – das muss reichen. »Wir sollten noch eine Wäscheleine mitnehmen«, meint Christine, »dann können wir zur damit zur Not aus den Regenponchos ein Zelt bauen.«
Bei der deutschen Jakobus-Gesellschaft in Aachen haben sie einen Pilgerbrief bestellt, in dem unterwegs die Etappen per Stempel bestätigt werden. »Die haben uns auch gesagt, dass man sich möglichst mit dem Empfehlungsschreiben eines Priesters auf den Weg machen soll«, sagt Agathe Hanses. So ein Schreiben will ihr Bruder Gottfried von den Benediktinern besorgen.
Der vollkommene Ablass, den die katholische Kirche für die Pilgerreise gewährt, ist den beiden aber nicht wichtig. Christine will sich auf dem Weg darüber klar werden, was sie studieren will. »Ich hatte an Luft- und Raumfahrttechnik gedacht. Mal sehen mit welcher Idee ich zurückkomme.«














