Moschee feierlich eröffnet

Feierliche Eröffnung

Meschede. Sieben Jahre hat die türkisch-islamische Gemeinde darauf warten müssen. Mit der offiziellen Eröffnung der Moschee fand die Wartezeit am Samstag endlich ein gutes Ende – wenn auch mit protokollarischem Schluckauf.

Die Mescheder Moschee ist der erste und bislang einzige freistehende Neubau einer Moschee im Hochsauerlandkreis. Alle anderen wurden in einem bestehenden Gebäude eingerichtet. Schon das ist ein Grund, diese Einweihung zu feiern.

Halbmond, Kuppel, Veltins-Schirme
Halbmond, Kuppel, Veltins-Schirme: Ein Bier-Rondell war auch da, aber kein Bier. Sind Bürgermeister und Landrat deshalb nicht gekommen?

Lang war daher auch die Liste der Redner und hochrangig besetzt. Der türkische Generalkonsul Hakan Akbulut war aus Essen gekommen, Botschaftsrat Sadi Arslan, gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (kurz: DITIB) auch.

Der Regierungspräsident war überhaupt nicht vertreten, von Stadt und Landkreis waren der stellvertretende Bürgermeister Lothar Wrede und der stellvertretende Landrat Rudolf Heinemann zugegen, was weder dem Protokoll noch den Erwartungen gerecht wurde. Angesichts des Anlasses und der Tatsache, dass die türkische-islamische Gemeinde bei der kommenden Kommunalwahl rund 600 Stimmen zu vergeben hat, war die Entsendung der Stellvertreter eine Entscheidung, die nicht nur bei Hüseyin Yavuz, dem Vorsitzenden von DITIB Meschede e.V., Befremden auslöste.

Raum für Weltliches und Jenseitiges
Lothar Wrede wünschte der Moschee den Segen des gemeinsamen Gottes, Ahmet Arslan erklärte den Gästen nach der feierlichen Eröffnung, wie man Ihm in der Moschee begegnet

Befremden war aber genau das, was alle Festredner nicht wollten: Integration, Verständigung, Begegnen und Verstehen waren Stichwörter, die bei allen hoch im Kurs standen.

Als architektonisch gelungen bezeichnete Rudolf Heinemann das Bauwerk. Damit werde ein Teil der Türkei in Meschede heimisch. Der Landtagsabgeordnete Karsten Rudolph sah die Moschee als einen Ort, an dem die islamische Gemeinde Wurzeln im Sauerland schlagen könne. Heinemann wünschte sich keine beliebiges Nebeneinander, sondern einen aktiven Dialog. Im täglichen Miteinander werde man nicht immer einer Meinung sein, meinte Lothar Wrede, aber den Anderen besser verstehen. »Möge der Segen des gemeinsamen Gottes für immer über diesem Haus weilen«, sagte Wrede.

Generalkonsul Hakan Akbulut sah in der Toleranz und Nachsicht der Mescheder Bevölkerung im Zusammenhang mit dem Bau der Moschee einen Beweis dafür, dass sie mit ihren türkisch-stämmigen Mitbürgern in Frieden zusammen leben wolle. Seine Landsleute forderte er auf, die offene Hand der Deutschen zu erwidern und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Ahmet Arslan, Dialogbeauftragter des türkisch-islamischen Kulturvereins, hofft, dass hier eine sauerländische Geschichte des Islam und eine islamische Geschichte des Sauerlandes entstehe.

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