
Meschede. Kunstausstellungen, Museen, Gartenschauen, Städtereisen – irgend etwas gibt es immer zu sehen. Ein kleiner Club reiselustiger Damen im Alter von 40 bis 70 Jahren macht sich regelmäßig auf den Weg, um etwas zu erleben.
»Wer hat Lust auf Wuppertal«, fragt Mechtihild Westerbarkey in die Runde. »Ich bin noch nie mit der Schwebebahn gefahren«, ist eine der Antworten. Am Sorpesee gibt es einen Kyrill-Erlebnis-Wald, in Münster ist eine August-Macke-Ausstellung und dann ist ja noch die Landesgartenschau in Rietberg, die man natürlich nicht verpassen sollte. Auch Kino ist noch mal so schön, wenn man nicht allein hingeht.
»Männer würden nur Unruhe und Arger bringen«, sagt Rosemarie Grawe. Deshalb müssen sie zuhause bleiben. Einmal im Monat trifft sich der Club der Reiselustigen, um neue Ziele zu besprechen, Reisen zu planen. Meistens sind es Tagesausflüge, es gab aber auch schon mehrtägige Fahrten nach Wien, Berlin und Brügge. Pro Jahr kommen so acht bis zehn Reisen zustande.
Als die treibende Kraft vor zwei Jahren nach Ibiza auswanderte, schlief die Reisetätigkeit ein bisschen ein, nur noch fünf Frauen machten sich regelmäßig auf den Weg. Ein kleiner Aufruf in der Lokalzeitung hat den Club wieder belebt: Zu dem Treffen am vergangenen Dienstag kamen zehn neue Interessentinnen, vier weitere haben sich schon für den nächsten Monat angemeldet.
Für Mechthild Westerbarkey, die dem Club jetzt neuen Schwung geben will, gehört Reisen zum Leben. China, Indien, Thailand, Taiwan, Marokko und andere Länder hat sie schon alleine bereist. In den nächsten Tagen macht sie sich für acht Wochen auf nach Bolivien. Einen Monat wird sie in einem Kinderheim arbeiten, einen weiteren Monat wird sie das Land bereisen. Vom Daheimbleiben und Fernsehen hält sie nicht viel, es sei denn, es laufen Reiseberichte. »Ich brauche immer die Herausforderung«, sagt die 67-Jährige, »damit halte ich auch ein bisschen meine grauen Zellen wach.«
Wenn Westerbarkey unterwegs ist, müssen sich die reiselustigen Damen selbst organisieren. Das soll so sein. Der Club ist kein Verein, es gibt keinen Mitgliedsbeitrag. Die Organisation der Touren übernehmen immer einzelne Mitglieder. Ziele kann jede vorschlagen.















