Grafschaft/Meschede. Neun Vorstrafen, drei Anklageschriften und eine verwirrend hohe Zahl von Diebstählen und Betrugsdelikten – das klang nach viel Arbeit für das Mescheder Schöffengericht. Aber der 26-jährige Angeklagte aus Grafschaft gestand alles und nahm das Urteil an.
In Bad Fredeburg und Winterberg hatte der Angeklagte Bargeld, Wagenpapiere, Scheck-Karten und andere brauchbare Dinge aus neun Autos gestohlen. Das keines der Autos verschlossen war, machte ihm die Sache leicht. Mit den gestohlenen Scheck-Karten hatte er anschließend versucht, Geld abzuheben, nur einmal hat das auch funktioniert. Er hatte sogar versucht, mit einer ganz normalen Überweisung und einer gefälschten Unterschrift, seine Miete von einem fremden Konto zu begleichen. In Meschede hat der 26-Jährige auch noch einen DVD-Spieler aus einem Radio-Fachgeschäft zu stehlen.
Grund für die ständigen Diebereien: Drogensucht. Seit 2003 nimmt der Angeklagte Kokain und Amphetamine. Für die Beschaffung des Nachschubs brauchte der gelernte Dachdecker Geld. Neun Mal wurde er bereits wegen Diebstahl, Sachbeschädigung, gefährlicher Körperverletzung und Rauschgiftdelikten verurteilt. Seit Dezember saß er in Untersuchungshaft, dann in Strafhaft, weil die letzte Bewährung gerade widerrufen wurde.
Das Schöffengericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten. Diese Zeit wird er aber voraussichtlich nicht im Gefängnis absitzen müssen. Er will eine Therapie machen. Die Zeit in der Therapie wird ihm ebenso auf seine Haftzeit angerechnet wie die Monate der Untersuchungshaft.
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