Schüler schnuppern Metall bei Honsel

Berufsorientierung bei Honsel

Bestwig/Meschede. Eva ist auf den Geschmack gekommen, Anna-Lena will nicht mehr mit Holz arbeiten und Ozan wusste schon vorher, dass er einen Metall-Beruf lernen will. Mit sieben weiteren Schülern der Realschule Bestwig bauen sie zur Zeit einen Druckluftmotor in der Lehrwerkstatt der Firma Honsel.

Lehrer Karl-Heinz Martini sieht es mit einem lachenden und einem weinenden Auge: »Die Jugendlichen sind hier viel konzentrierter bei der Sache als in der Schule.«


Im Physikunterricht hat er das Projekt für die zehn Schülerinnen und Schüler vorbereitet. Jetzt wissen sie, wie man die richtige Drehzahl an der Bohrmaschine wählt, wie man eine technische Zeichnung liest und in die dreidimensionale Welt übersetzt – theoretisch. Praktisch ist Honsel-Ausbildungsleiter Herbert Heinemann der gefragteste Mann in der Lehrwerkstatt. Ist das ein Bohrer der Größe fünf? Wie stellt man hier die Bohrtiefe ein? Bei dem Druckluftmotor, den die fünf Mädchen und fünf Jungen an sechs Nachmittagen – freiwillig – bauen, ist Präzision oberstes Gebot.

Und Teamarbeit. Wer den anderen hilft und sich selbst rechtzeitig um Hilfe bemüht macht einen guten Eindruck. Auf den achtet auch Dieter Berndt, der im Honsel-Personalmanagement für die Aus- und Weiterbildung zuständig ist. »Im vergangenen Jahr hatten wir 800 Bewerber«, sagt er.
Auch wenn die Firma ständig neue Auszubildende sucht (und nach der Lehre übernimmt), sieht man bei der Qualifikation und der Motivation doch genau hin. »Die Zeiten, in denen eine Schlosserlehre zwingend mit mindestens einem Jahr monotoner Arbeit an Schraubstock und Feile verbunden war, sind vorbei«, sagt Berndt. Heute gibt es Industrieroboter und CNC-Drehmaschinen, die programmiert werden müssen.

Mädchen an der Bohrmaschine
Eva ist auf den Geschmack gekommen: Nach der Schule will sie sich hier bewerben

Bei der frühzeitigen Talentsuche kommen Kooperationen mit Schulen gerade recht. Die Realschule Bestwig ist schon zum zweiten Mal bei Honsel und gibt ihren Schülern die Gelegenheit, in das Fach Metallbearbeitung hineinzuschnuppern.

Ozan braucht eigentlich nicht mehr zu schnuppern. Weil Freunde und Verwandte hier arbeiten, ist er schon früh auf den Geschmack gekommen. Eva gefällt der Geruch so gut, dass sie sich nach der Schule hier bewerben will. Anna-Lena kommt aus einer Familie von Zimmerleuten und meint: »Es ist höchste Zeit, dass mal jemand in der Familie etwas mit Metall macht.«

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