
Meschede. Feuer im dritten Stock, Menschenleben in Gefahr: Bei einer Feuerwehrübung im Hennesee-Hotel wurde im dichten Qualm der Nebelmaschine eines ganz deutlich: Die Mescheder Feuerwehr braucht eine Wärmebildkamera.
Ulrich Jander war überrascht: »Das habt ihr nicht? Dann leihe ich euch meine.« Jander ist Brandschutzexperte und reist als Sicherheitsberater für Firmen durch die Republik. Auch das Hennesee-Hotel lässt sich von ihm beraten. Die Organisation von Feuerwehrübungen gehört ebenfalls zu seinem Geschäft.
Die Nebelmaschine, die im Flur den Brandrauch simuliert, leistet ganze Arbeit. Schnell sind die Räume so verqualmt, dass man die Hand nicht mehr vor Augen sieht. Nur eine Wärmebildkamera blickt da noch durch und zeigt, wo Menschen sind. Dass die Ausrüstung der Mescheder Feuerwehr noch dringend um dieses Gerät ergänzt werden muss, ist eine der Erkenntnisse dieser Übung.
Eine weitere Erkenntnis: Nicht jeder automatische Brandmelder reagiert auf Rauch. Trotz des dichten Nebels im Hotelflur gibt die Alarmanlage des Hotels keinen Mucks von sich. Später stellt sich heraus, dass die Anlage auf Hitze reagiert, damit nicht schon ein bisschen Zigarettenqualm einen Großeinsatz auslöst.
Vier Erwachsene und drei Kinder mussten am Montagabend aus den Flammen gerettet werden. Ein defektes Bügeleisen hat den Brand ausgelöst. Der Hotelgast, der es benutzte, versucht es zu löschen und erleidet einen Herzinfarkt. Er liegt im Treppenhaus, die anderen Gäste sind noch in ihren Zimmern.
Eine Feuerwehrübung während des laufenden Hotel-Betriebs abzuhalten, war eine Idee des Managements. Ralf Dorenkamp, verantwortlich für die Technik des Hauses, hat sie vorgeschlagen, Verkaufsleiter Thomas Stopje beobachtete alle Einzelheiten des Einsatzes.
Nur auf diese Weise tritt auch ein kleines Problem zu Tage, das im Ernstfall ein großes werden kann: Die Flügel der Brandschutztüren im Flur fallen in der falschen Reihenfolge zu und schließen nicht richtig. Das ist schnell repariert, wenn man es weiß.
Am Ende der Übung sind Hotel-Management, die 60 Mann der Mescheder Feuerwehr und acht Helfer des DRK um einige Erfahrungen reicher. Wenn man jetzt noch eine Wärmebildkamera hätte, wäre alles bestens.
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