
Wehrstapel. Selbst wenn man ganz Eversberg abreißen und durch Wald ersetzen würde, brächte das für Wehrstapel im Fall eines Jahrhundertregens nur eine Entlastung von einem Kubikmeter pro Sekunde. Ja, bei der Bürgerversammlung zum Hochwasserschutz gab es auch etwas zu lachen.
Aber nicht viel. Robert Mittelstädt von der Hydrotec Ingenieurgesellschaft für Wasser und Umwelt in Aachen stellte am Donnerstagabend das Gutachten seiner Firma zum Katastrophenpotenzial des Berkeibaches vor.
Das Fazit: Der Bach hat im Fall eines Jahrhundertregens nicht genug Platz. Bei den beiden Starkregenereignissen in den Jahren 2006 und 2007 rauschten in Wehrstapel mindestens acht Kubikmeter Wasser pro Sekunde durch den Bach. Die meisten Brücken und Straßendurchlässe des Ortes sind aber schon bei vier bis fünf Kubikmetern pro Sekunde voll.
Also heißt es Platz schaffen. Fünf Brücken müssen erweitert werden. Das kostet pro Brücke zwischen 6 000 und 115 000 Euro. Geld, das die Stadt jedenfalls in diesem Jahr nicht übrig hat. Möglicherweise, meinte Paul Susewind vom Tiefbauamt der Stadt Meschede, sind bei der Behebung der Orkanschäden, für die es Landesmittel, gibt aber auch noch Umschichtungen im Haushalt möglich.
Der größte Posten der notwendigen Bauarbeiten ist der Durchlass unter dem Bahndamm in der Nähe der Schützenhalle. Der muss dringend vergrößert werden, aber das geht nur zusammen mit der Bahn, die bekanntlich immer etwas länger braucht.
Bis in Wehrstapel die Bagger rollen können sind deshalb erst einmal die Anwohner gefordert: Die Büsche am Bach dürfen nicht zu groß werden, Grünschnitt – vor allem Gras – darf nicht ans Ufer gekippt werden und die Brennholzstapel an einigen Brücken dürfen auch nicht mehr sein. Außerdem wäre ein Sandsackdepot an der Straße »Am Schützenplatz« sinnvoll, damit die Straße bei Bedarf von den Anwohner selbst schnell abgesperrt werden kann.
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