Richard Rogler: Ungeschminkte Empörung
3. März 2008 in Kultur

Meschede. Man kann sich ja pausenlos aufregen. Die Regierung, die Grünen, die verbliebenen SPD-Mitglieder, Hobby-Köche und ihre »Crema« auf dem Kaffee – aber das hält ja niemand auf Dauer aus. Gut, dass es dafür kompetente Dienstleister wie Richard Rogler gibt.
Da muss man wenigstens nicht selbst laut werden, höchstens vor Lachen. »Eine Viertelstunde Lachen«, weiß Rogler, »hat die gleiche Wirkung wie eine Dreiviertelstunde Nordic Walking und sieht nur halb so bescheuert aus.«
In diesem Sinne fanden sich am Samstagabend auf Einladung des WKM recht viele Freizeitsportler in der Stadthalle ein, um sich von dem erfahrenen Trainer so richtig fit machen zu lassen für den nervtötenden Alltag.
Und der ist ja bekanntlich dicht besiedelt von aufregenden Menschen und ihren Maschinen. Maschinen wie diesen riesigen Espresso-Automaten, zum Beispiel, die in Italien kein Mensch braucht. Hier kommt aber kein Hobby-Spitzenkoch ohne sie aus. Ohne Designerküche mit handgeschmiedeter Dunstabzugshaube auch nicht. Und natürlich sind sie auch alle Weinkenner. »Die sind für die Stimmung das, was lange Unterhosen für den Sex sind.«
Getarnt als »Camphauen« regte sich Rogler also auf. Wort- und variantenreich ging es um das Wanderdünentemperament des Michel Glos, den Leibesumfang von Sigmar Gabriel (»Wenn der weiter so zulegt, können wir das Ozonloch mit ihm stopfen«), Mutter-der-Nation Ursula von der Leyen und das hoffnungslos hoffende SPD-Mitglied Günter. Günter wurde jüngst von zwei Hartz-IV-Empfängern verdroschen, weil er sich mit einem roten Schal in den Bus gesetzt hatte.
Zu solchen Ausschreitungen kam es am Samstagabend gottseidank nicht. Rogler alias Camphausen tobte stellvertretend und nahm viel Druck von den Gemütern.
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