Eslohe. »Ich habe pro Woche mindestens einen Ebay-Fall«, sagte Richter Özen zu dem Angeklagten, der wegen Betrugs in 32 Fällen vor Gericht stand. »Ich wundere mich, warum die Leute da überhaupt noch kaufen.«
Der Handel beim Internet-Auktionshaus sollte eine ernstzunehmende Einnahmequelle für den 34-Jährigen aus Eslohe werden. Zunächst hatte er Waren auf Kommissionsbasis angeboten, aber wegen steigender Gebühren rechnete sich das bald nicht mehr. In eine Online-Seminar lernte er, dass er mehr verdienen können, wenn er die Waren im Großhandel einkauft. Er lernte auch, dass Mobiltelefone besonders gefragt sind.
»Ich habe die Telefone auftragsbezogen angeboten«, sagte er vor Gericht. Die Käufer kamen, aber die Marken-Telefone des Großhändlers aus Taiwan ließen auf sich warten.
In 19 Fällen überwiesen die Kunden den Kaufbetrag nicht, deshalb blieb es beim versuchten Betrug; 13 mal blieb der Angeklagte die Ware im Wert von jeweils 250 Euro schuldig.
Der Staatsanwalt wäre mit einer Einstellung des Verfahrens unter Auflagen einverstanden gewesen, Richter Özen war es nicht. Weil der Angeklagte wegen hoher Schulden und einem laufenden Insolvenzverfahren ohnehin nicht in der Lage war, den entstandenen Schaden wieder gut zu machen, blieb nur eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 15 Euro.













