Meschede. »Einer Schule in kirchlicher Trägerschaft steht es gut zu Gesicht, sich für etwas Soziales zu engagieren«, sagt Schulleiter Heinz-Jürgen Plugge. Ein Projekt, um das man sich kümmern könnte, gibt es schon seit einigen Jahren am Gymnasium der Benediktiner. Aber jetzt soll es eines für die ganze Schule sein.
Für die Straßenkinder Brasilien engagiert sich Elisabeth Hoffmann-Weber schon seit vier Jahren. Mal ging die Lehrerin mit ihren Schülern in der Adventszeit zum Schuheputzen in die Mescheder Innenstadt, mal waren es Informationsstände. »Wir haben auch schon Favela-Hütten in der Pausenhalle gebaut.«
Am Ende des vergangenen Schuljahres entschied die Lehrerkonferenz, dass das Sozialprojekt »Avicres« gut dazu geeignet sei, christliche Grundwerte zu vermitteln und die Sozialkompetenz der Schüler zu fördern. Deshalb ist »Avicres« nun Teil des Schulprogramms und deshalb wurden gestern morgen alle Schüler und am Abend die Eltern mit dem Projekt vertraut gemacht. Mit dem Projekt und den Menschen, denen es helfen will.
Zum Beispiel dem Straßenkind Isaac, von dem Karin Herting, Vorsitzender der deutschen Partnerorganisation von Avicres, gestern den Klassen 7 bis 12 in der Aula des Gymnasiums erzählte. Herting erzählte von Menschen, die auf Müllhalden nicht nur ihre Nahrung suchen, sondern auch leben, von armen Menschen und reichen Großgrundbesitzern, vom Leben jenseits der schönen Strände und vom Preis für den Mord an einem Kind (200 Dollar).
Zum Informationsteam gehört auch der Paderborner Religionslehrer Johannes Niggemeier der Avicres 1991 zusammen mit der brasilianischen Psychologin Tania Maria de Lima gegründet hat. Er wurde begleitet von Donna Eliane, Leiterin eines der vier Kinderheime von Avicres und Vorsitzende von Kolping do Brasil, und Donna Carla, Krankenschwester und Sozialarbeiterin.
Und was macht eine Schule am besten, um Straßenkindern in Brasilien zu helfen? »Geld sammeln«, meint Peter Hess (16). Seiner Mitschülerin Jana Förster (15) ist das zu wenig. »Die Leute sollen nicht einfach nur Geld spenden, ohne zu wissen, um was es geht«, meint sie und trifft damit ins Schwarze. »Geld sammeln«, sagt Elisabeth Hoffmann-Weber, die selbst bereits zwei Mal in Brasilien war, »ist am wenigsten wichtig. Die Menschen dort leben im Elend und wir laufen hier mit Elendsgesichtern rum.« Wichtig sei es, von dem Schicksal der Anderen zu wissen und sich mit ihnen zu solidarisieren. So steht auch der Name Avicres als Abkürzung für »Gemeinschaft für ein Leben in Wachstum und Solidarität«.













