Ganz neue Aussichten

SGV-Wegemarkierer Meinolf Schauerte hat einen weiten Blick

Schmallenberg. »Kyrill hat ganz neue Aussichtspunkte geschaffen«, sagt Meinolf Schauerte. Der Wegemarkierer des Sauerländischen Gebirgsvereins (SGV) kann dem Verlust von hundert Jahre alten Fichtenwäldern auch etwas Positives abgewinnen.

Die Maria-Kapelle bei Niederberndorf steht noch im Wald. Ein paar Schritte weiter steht vom Wald nichts mehr. »Dahinten ist Arpe«, sagt Meinolf Schauerte. »Vor Kyrill sah man hier nur Fichten, jetzt kann man sogar den neuen Kunstrasenplatz sehen.«

Drei Kreuzwege aus den Dörfern Niederberndorf, Mailar und Berghausen kommen hier oben an. Und natürlich auch einige Wanderwege. Weiße Buchstaben und Zahlen an den Bäumen verraten Wanderern, wo es lang geht. Als Wegemarkierer des SGV ist Schauerte dafür zuständig, dass das so bleibt. Schwierig wird es, wenn, wie hier, keine Bäume da sind, auf die man die Zeichen malen kann. »Wo es möglich ist und sein muss, malen wir die Markierungen dann eben auf die Baumstümpfe«, erklärt Schauerte. Aber auch die Baumstümpfe werden verschwinden, wenn hier wieder aufgeforstet wird. Wegemarkierer haben immer etwas zu tun.

Rund 1 000 Menschen sind für den SGV als Wegemarkierer unterwegs, in ihrer Freizeit, ehrenamtlich. Jeder kümmert sich um eine bestimmte Strecke oder einen Streckenabschnitt. Schauerte ist zuständig für den Wilhelm-Münker-Weg, Wanderern besser bekannt unter dem Kürzel »X 10″. Das X steht für einen Hauptwanderweg des SGV, 37 gibt es davon. Der X 10 ist rund 94 Kilometer lang und führt von Warstein quer durch das Sauerland bis ins Siegerland nach Hilchenbach. Entlang der Strecke hat Kyrill immer wieder Platz gemacht für weite Blicke.

Der 39-jährige Heizungsbauer teilt sich die Strecke in 15 Kilometer lange Abschnitte ein und ganz oft begleitet ihn seine Familie. Das hölzerne Tragegestell ist selbst gebastelt. Es beherbergt eine Rosenschere, eine Drahtbürste, weiße und schwarze Farbe und Pinsel. Das ist das Handwerkszeug eines Wegemarkierers. Die dicke Arbeitsmappe mit Richtlinien und rechtlichen Vorgaben der Unteren Landschaftsbehörde, Tipps und Wanderkarten lässt Schauerte zuhause, wenn er sich auf den Weg macht. Vor Ort wird die Arbeit aufgeteilt: Der fünfährige Theodor entfernt mit der Rosenschere kleine Äste, die die Wanderzeichen verdecken. Die dreijährige Ursel schrubbt mit der Drahtbürste ein Stückchen Rinde ab, damit der Papa ordentlich malen kann. So kann man auch die Jüngsten für das Wandern gewinnen.

»Gründe, aus denen Wanderwege umgelegt werden müssen, gibt es viele«, erläutert Schauerte. Mal werden neue Straßen gebaut, die die Wanderwege kreuzen, mal sind die Aufräumarbeiten nach dem Sturm noch nicht abgeschlossen und die Wege noch nicht wieder freigegeben. Manchmal wechselt an einem Streckenabschnitt auch der Grundeigentümer. Wenn der sich die Sicherungspflicht für seine Waldwege nicht aufbürden will, muss der Wanderweg weichen. Dann muss man neue Routen finden. Die Veränderungen werden in die Wanderkarten des SGV eingezeichnet. Die gehen dann an das Landesvermessungsamt und von dort aus in den Druck.

Mit den Wirten gibt es solche Probleme nicht. »In den Gasthöfen sind wir immer gerne gesehen«, sagt Schauerte. »Die sind froh, wenn ein Wanderweg bei ihnen vorbeiführt.«

Weitersagen

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • del.icio.us
  • Facebook
  • email
  • Technorati
  • TwitThis
  • YahooMyWeb
  • Linkarena
  • Wikio DE
  • Y!GG
  • Bloglines
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • Webnews

Schlagworte: , , , ,