
Meschede. Moral in der Wirtschaft – was ist das eigentlich? Zum Auftakt der Ethikwoche an der FH Südwestfalen gingen die Teilnehmer erst einmal in einem Workshop der Frage nach, was das eine mit dem anderen zu tun hat.
»Die Erfahrung zeigt, dass Workshops zu dem Thema nicht ganz leicht sind«, sagt Rüdiger Waldkirch. Er unterrichtet neben allgemeiner Betriebswirtschaftslehre auch Wirtschafts- und Unternehmensethik. Eigentlich müsse ein mittelständische Unternehmen regelmäßig zum Moral-TÜV, denn im Alltagsgeschäft bleibe für diese Fragen kaum Zeit, habe eine Teilnehmerin des Workshops gesagt. Dabei, so Waldkirch, seien mittelständische Unternehmen viel mehr dazu gezwungen, »moralisch« zu handeln als anonyme Großunternehmen. »Wegen der Verwurzelung in der Region und die Bekanntheit der Inhaberfamilie können sich Mittelständler so etwas wie Massenentlassungen gar nicht leisten.«
In einer Ausstellung waren gestern Nachmittag sowohl die Ergebnisse des Workshops als auch die Einsendungen für den Fotowettbewerb zu sehen.
»Wir haben 29 Einsendungen aus ganz Deutschland bekommen«, berichtet Max-Leonhard von Schaper, der den Wettbewerb organisiert hat. Die ersten Preise in den Kategorien Foto und Collage gingen am Freitagabend an Timm Lo und Patrick Kukowa vom Berufskolleg des Bergklosters in Bestwig.
»Wir leben in und von der Marktwirtschaft, aber die Hälfte der Bevölkerung lehnt Markt und Wettbewerb laut Umfragen ab – und zwar überproportional viele Akademiker«, sagte der Münchener Wirtschaftsethiker Karl Homann am Abend in seiner Festansprache. Bis Mittwoch werden Studenten, Dozenten und Unternehmer noch ergründen, woran das liegen mag.
Schlagworte: Fachhochschule Südwestfalen, Meschede, Schule, Unternehmen, Wirtschaft
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