Meschede. Gebete und Meditation in der Stadthalle – das ist ungewöhnlich. Es ist auch eine schöne Gelegenheit, eine andere Kultur kennenzulernen. Und das ist, wie Lothar Wrede in seiner Eröffnungsrede sagte, auch wichtig für das Zusammenleben in Meschede.
Bevor die Derwische aus Konya, einer der ältesten Städte der Türkei, am Sonntag die Bühne der Mescheder Stadthalle betraten, sammelten sie sich hinter den Kulissen im Gebet. Ihre Musik und ihr Tanz waren keine Show, keine Folklore. Das Publikum sah den Tanz der Derwische nicht unvorbereitet: Die Musik der Sufis und ein kurzer Film über das Leben der Derwische waren die Einstimmung auf den Höhepunkt des gut zweistündigen Programms. Damit weder das Publikum noch die Derwische gestört wurden, lief im Kleinen Saal ein Unterhaltungsprogramm für unruhige Kleinkinder.
Begründer des Mawlawi-Derwischordens in Konya ist Mewlana Dschelaleddin Rumi. Geboren 1207, war er einer der bekanntesten persischen und islamischen Dichter. Toleranz, Liebe und friedliches Miteinander der Kulturen sind die zentralen Themen seiner Werke zu Religion, Ethik, Metaphysik und Mystik, die schon Johann Wolfgang von Goethe inspirierten.
Zu Ehren Rumis, wie er im Westen genannt wird, oder Mewlanas, wie er im Orient heißt, hat die UNESCO 2007 zum Internationalen Mewlana-Jahr erklärt. Die Internationale Kultur- und Bildungsakademie Yadigar e.V. hatte zu der Veranstaltung eingeladen und damit das Interesse von Türken und Deutschen gleichermaßen geweckt. Ein Buffet mit türkischen Spezialitäten setzte das internationale Kulturprogramm in der Pause fort.














