
Meschede. »Dagmar hätte sich nie träumen lassen, einmal mit einem Preis ausgezeichnet zu werden, den vor ihr schon Johannes Rau, Daniel Barenboim und Muhammad Ali empfangen haben.« Reinhard Schmidt nahm am Samstag den Haviva Reik-Friedenspreis im Namen seiner verstorbenen Frau entgegen.
Mit der Auszeichnung würdigte das jüdisch-arabische Friedens- und Bildungszentrum Givat Haviva das langjährige persönliche Engagement Dagmar Schmidts für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern. Engagiert, zielstrebig, gradlinig, von heiterem Wesen und niemals verbissen – so charakterisierten Alex Elsohn, Repräsentant von Givat Haviva in Europa, und die kommissarische Vorsitzende von Givat Haviva e.V., Andrea Kerstgens, die 15. Trägerin des Friedenspreises während der Feierstunde im Mescheder Kreishaus.
»Man muss schon Ausdauer haben und Mut, um immer weiter zu machen«, sagte Vizekanzler Franz Müntefering in seiner Laudatio. Dagmar Schmidt habe immer gesagt: »Es kommt auf die Stehaufmännchen an.« Sie habe gewusst, dass Krieg und Frieden nicht Schicksal seien, sondern von Menschen gemacht werden. »Dagmar war es wichtig, dass beide Seiten des Konflikts ein Forum finden und gehört werden.« Sie habe sich für Gespräche eingesetzt, auch in Zeiten, in denen Gespräche nicht mehr möglich schienen.
Mit ihrem ausdauernden und persönlichen Engagement für den Dialog zwischen Juden und Arabern, so Müntefering, habe Schmidt auch einen wichtigen Beitrag zur deutsch-jüdischen Aussöhnung geleistet.
In seinem Land, sagte Farhat Agabria, Vorstand der Stiftung Givat Haviva, habe man im Allgemeinen eine sehr schlechte Meinung von Politikern. Das Beispiel von Dagmar Schmidt. habe diese Meinung zum Positiven beeinflusst.
Reinhard Schmidt, der selbst gerade von einer Reise nach Israel zurückkam, kündigte an, die Arbeit seiner verstorbenen Frau fortzusetzen.
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