Vier Wochen Gefängnis

Eslohe. Unglücklicher kann ein 21. Geburtstag kaum laufen: Vier Wochen Untersuchungshaft und 350 Euro Strafe waren die Bilanz dieses Tages für einen Saisonarbeiter aus Polen.

Mit seinen Kollegen, die, wie er, für 6,50 Euro pro Stunde beim Beseitigen der Sturmschäden in den Wäldern um Eslohe helfen, hatte der junge Pole gefeiert. Es begann feucht-fröhlich und endete in einer Schlägerei.

Er sei niedergeschlagen worden und dann sei er geflohen, sagte der Angeklagte gestern vor Gericht. Das Auto, in das er sich schließlich gesetzt habe und einen darin liegenden Müsliriegel gegessen habe, sei offen gewesen. Türgriff und Schloss habe er nicht abgebrochen.

Der Besitzer des Wagens war anderer Ansicht. Er hatte den jungen Mann in dem Auto erwischt und vermutet, er habe es auf das Autoradio abgesehen. Eine Anzeige wegen schweren Diebstahls war die Folge. Weil der Saisonarbeiter keinen festen Wohnsitz in Deutschland nachweisen konnte, musste er im Gefängnis auf den Beginn des Strafprozesses warten – vier Wochen lang. Dafür ging es gestern aber auch schnell.

Wegen geringer Schuld wurde das Verfahren gegen Zahlung von 350 Euro eingestellt. Um die Kosten einer grenzüberschreitenden Vollstreckung zu sparen, kassierte das Gericht das Geld gleich vom anwesenden Arbeitgeber. Es war ein Teil des Arbeitslohns, der dem Angeklagten ohnehin zustand.

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