Meschede. »Der Beratungsbedarf beginnt in der Regel nach der Geburt des ersten Kindes«, sagt Christiane Beel von der Katholischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen. Auch im vergangenen Jahr stieg wieder die Zahl der Menschen, die Hilfe suchen – nicht nur wegen der Kinder.
Meist seien es die Frauen, die nach der Geburt eines Kindes ihr berufliches Engagement einschränken, sagt Beel. Dann werden sie unzufrieden und reichen irgendwann die Scheidung ein. Bevor es dazu kommt, suchen viele Paare Hilfe bei den katholischen Eheberatern; mehr als die Hälfte der insgesamt 9759 Beratungsstunden entfiel im Hochsauerlandkreis im vergangenen Jahr auf die Beratung von Paaren.
Seit etwa sechs Jahren steigt die Zahl der Beziehungsberatungen in den katholischen Beratungsstellen Südwestfalens jährlich um fünf bis zehn Prozent. »Die Zeit, in der wir sofort beraten konnten, ist schon lange vorbei.« Die Beratungsstellen in Meschede, Arnsberg, Brilon und Korbach haben nur drei Vollzeitkräfte. Fünf weitere Eheberater arbeiten als Honorarkräfte ohne finanzielle und soziale Absicherung.
»Der Beratungsbedarf ist größer als unser Budget«, sagt Beel. Um dennoch niemanden abweisen zu müssen, werden die zur Verfügung stehenden Stunden auf mehr Klienten verteilt – das heißt: weniger Zeit für den einzelnen Fall.
Anders als früher sind es immer häufiger Männer, die einen Beratungstermin verabreden. Die, meint Beel, seien in den vergangenen Jahren offener geworden wenn es darum gehe, sich mit Fragen der Lebensplanung und des Rollenverständnisses auseinanderzusetzen. Dennoch sind nur 40 Prozent der Klienten Männer. Zunehmend seien es Differenzen im gesamten Lebensentwurf, die die Paare unsicher werden lassen, ob sie wirklich zueinander passen.
Mit einem Anteil von jeweils 35 Prozent jeweils stellen die 30- bis 40-jährigen und die 40- bis 50-jährigen den größten Anteil der Klienten.














