Jeder Kratzer ein Wertverlust

Meschede. »Gemütlich« finden die Händler die jährliche Sauerländer Münzbörse in der Mescheder Sparkasse. Nicht zu vergleichen mit dem Gedränge bei den internationalen Münzbörsen in Berlin oder München. Aber auch in Meschede nimmt die Zahl der Besucher von Jahr zu Jahr zu.

Im vergangenen Jahr kamen rund 300 Besucher, am Sonntag waren schon in den ersten zweieinhalb Stunden 200 Sammler da, freut sich Klaus Manner von den Münzfreunden im Hochsauerland e.V., die die Münzbörse ausrichten.

Viel sehen, ein bisschen handeln: Münzbörse in der Mescheder Sparkasse

Viel sehen, ein bisschen handeln: Münzbörse in der Mescheder Sparkasse.

»Hier wollen alle nur verkaufen«, ist die Erfahrung von Michael Kaup aus Lippstadt. Der Münzhändler nutzt den Termin vor allem zum Ankauf. Gute und seltene Stücke finde man nur in Berlin und München, sagt er und winkt bei einem weiteren »Verkäufer«, der ein 50-Pfennig-Stück von 1950 loswerden möchte. »Das ist Massenware, außerdem geputzt.« Gut und selten – das ist nicht nur eine Frage der Menge einer Münze die gehandelt wird, sondern auch ihr Zustand. Allein der macht beim Verkauf einen Unterschied von mehreren hundert Euro. Jeder Kratzer ist ein Wertverlust.

Das gilt auch für die ganz alten Münzen: Ein römischer »Galienus« aus dem 3. Jahrhundert hat schon eine Menge Grünspan angesetzt und ist bei einem Herforder Händler für 30 Euro zu haben. »Die gibt es wie Sand am Meer«, sagt er, »und noch mehr Fälschungen.« Der Händler nebenan kauft derweil eine 5-Mark-Gedenkmünze mit dem Motiv des Dichters Fichte für 40 Euro.
Mit einer ganzen Einkaufsliste ist eine Sammlerin unterwegs, deren Name und Wohnort aus Sicherheitsgründen verschwiegen werden muss. Gerade hat sie ein Euro-Starterpäckchen aus Slovenien gekauft. Dass die Münzen in dem Plastikbeutel zerkratzen, macht nichts, denn der Beutel ist das eigentliche Sammlerstück.

Sammeln zwischen den Börsen: Die Münzfreunde im Hochsauerland treffen sich an jedem zweiten Montag im Monat ab 19 Uhr in der Gaststätte »Schusterstübchen« in der Waldstraße in Meschede.

»Ich sammle alles aus Kanada, USA und eben Euros«, sagt sie. Mehrere tausend Euro gibt sie im Jahr für ihre Sammelleidenschaft aus. Und weil sie nichts verkauft, sondern höchstens tauscht, hat sich im Laufe der Jahre einiges bei ihr angesammelt. Das liegt sicher verwahrt im Tresor.

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