
Heringhausen. Während andernorts Karnevalszüge mangels Narren abgesagt werden, war Heringhausen wegen Überfüllung geschlossen: Die Polizei musste in Bestwig die Straße für den Autoverkehr sperren.
Im vergangenen Jahr war der Straßenkarneval hinter den Bergen noch ein frostiges Vergnügen. Sonnenschein und zehn Grad plus machten die Sache am Sonntag schon erheblich leichter.
Wieviele Wagen es in diesem Jahr waren, konnte Friedel Zoost erst sagen, als alle vorbei waren: 42 Gefährte – vom Bollerwagen über den Aufsitzrasenmäher bis zum großen Schlepper mit Anhänger. Einen nicht unbeträchtlichen Teil des Zuges machten dabei Cowboys, Indianer und Liebhaber großer amerikanischer Straßenkreuzer aus.
Neben den persönlichen Vorlieben der Narren dienten auch ein paar Lokal- und Regionalskandale der karnevalistischen Unterhaltung: Der Werbeanhänger mit wohlgeformten, doch unbekleideten Hinterteilen, der in Nuttlar für öffentlichen Unmut gesorgt hatte, war ebenso dabei wie ein PFT-Einsatzkommando, das die Zuschauer mit garantiert unbedenklichen Bonbons und schadstoffarmem Bier beglückte.
Mit einer leicht ungesunden Gesichtsfarbe, die jedoch hervorragend mit den chinesischen Kostümen harmonierte, waren die Heringhauser Schützen unterwegs.
Auch von weit her waren Gäste gekommen: Der Fanfarenzug Weyhausen – Profis in Sachen Blech, Trommeln und Tanzmariechen – beeindruckte mit rassigen Rhythmen von Marsch bis Samba. Wer nach zweistündigem Jubel am Straßenrand noch Kraft hatte, ging mit in die Schützenhalle – geschwächelt haben nur wenige.
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