»Sie sind alle Freundinnen geworden«

Dankgottesdienst in der Christuskirche

Meschede. Moslems, Hindus, Buddhisten, orthodoxe Christen – am Sonntagabend waren sei alle beim evangelischen Gottesdienst in der Christuskirche vereint. Sechzehn Frauen aus neun Ländern erhielten ihre Abschlusszeugnisse für den Kursus »Deutsch für Anfängerinnen«.

Nexhmiye Recica

Nexhmiye Recica fotos|be

Der starke Zusammenhalt unter den Frauen hat Nexhmiye Recica am meisten beeindruckt. Die 40-jährige Grundschullehrerin aus dem Kosovo hat den 16 Frauen aus Guinea, Dagestan, Tschetschenien, Sri Lanka, Indien, Buthan, Iran und der Türkei in 630 Stunden beigebracht, sich mündlich und schriftlich auf Deutsch zu verständigen. Die Lernvoraussetzungen innerhalb der Gruppen hätten unterschiedlicher kaum sein können: Zwischen 24 und 56 Jahren alt waren die Teilnehmerinnen, manche sind zwölf Jahre zur Schule gegangen, manche überhaupt. »Sie sind alle Freundinnen geworden«, freut sich Recica. »Mir war es von Anfang an sehr wichtig, den Frauen zu zeigen, dass sie für sich selbst etwas tun und ihre Ziele erreichen können«, sagt sie. Diese Motivation half.

In einem Schnelllehrgang beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat Recica gelernt, wie man Erwachsenen ohne Vorkenntnisse Deutsch beibringt. »Während des Lehrgangs mussten wir auch Chinesisch lernen«, berichtet sie, »um uns in die Situation eines absoluten Anfängers hineinversetzen zu können.« Das hätte sie vermutlich auch ohne Chinesisch geschafft, denn Recica lebt selbst erst seit acht Jahren in Deutschland.

Das Bundesamt hat auch den Sprachkurs für die Frauen in Meschede finanziert. Die initiative dazu kam von Annegret Rasch von der Flüchtlingsberatung der Diakonie Hochsauerland-Soest. »Es gibt kaum Deutschkurse speziell für Frauen, denn an die kommt man nicht so leicht heran«, sagt Rasch. Sie kennt die Frauen aus der Beratungsstelle und hat schon viele Krisen mit ihnen durchgestanden. »Asylverfahren, Ängste, verhinderte Abschiebungen, Selbstmordversuche – das schafft Vertrauen.«

Noch etwas hat Rasch geschafft: Während des gesamten Kurses wurden die Kinder der teilnehmenden Frauen in einem Nebenraum betreut. Wenn am kommenden Montag startet der nächste Deutschkurs für Frauen beginnt, wird eine zweite Betreuerin für die Kinder zur Verfügung stehen. Das ist mit dem Bundesamt verabredet.

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