Meschede. »Allen Jugendlichen, die ein nachhaltiges Interesse an Ausbildung hatten, konnte auch in diesem Jahr ein entsprechendes Angebot gemacht werden.« So lautet die Jahresbilanz für dieses Ausbildungsjahr im Hochsauerlandkreis.
Wer kein Lehrling wird, wird erst einmal »Konsensling«. So lautet die interne Bezeichnung der Partner des sogenannten »Ausbildungskonsenses – Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer und Agentur für Arbeit. Den 1 661 gemeldeten Ausbildungsstellen (2005: 1 765) im Arbeitsagenturbezirk Meschede standen in diesem Jahr 2760 Bewerber (2005: 2 464) gegenüber. Viele Bewerber, haben ihre Lehrstelle bereits über die seit Beginn des Ausbildungspakts laufenden Programme zur Einstiegsqualifikation gefunden: Das Praktikum in einem Betrieb führt oft zur Lehrstelle. Deshalb, so Rainer Levin, Bereichsleiter der Arbeitsagentur Meschede, seien auch weniger offene Lehrstellen gemeldet worden als im Vorjahr.
Wer keine passende Lehrstelle fand, wurde zu einem so genannten Konsensgespräch eingeladen. Vertreter Arbeitsagentur, Handwerkskammer und IHK setzen sich dabei mit jedem einzelnen Bewerber zusammen und suchen gemeinsam nach Alternativen zur Wunschlehrstelle.
Von den 144 eingeladenen Bewerbern erschienen 81. Sie wurden mehrheitlich in eine Lehrstelle oder eine Qualifizierungsmaßnahme vermittelt. Der Rest hatte bis zum Gesprächstermin etwas passendes gefunden oder sich anderes orientiert.
Die Zahl der neuen Lehrverträge war im Ausbildungsjahr 2006 um 1,6 Prozent höher als im Vorjahr. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse hat dagegen um 2,3 Prozent abgenommen. Ilona Lange, Hauptgeschäftsführerin der IHK Arnsberg Hellweg Sauerland, sieht darin ein positives Zeichen: »Die Unternehmen spüren den Aufschwung und investieren in die Ausbildung.«
Für die Unternehmen wird das Zukunft schwieriger: Im kommenden Jahr werden etwa 3 600 potentielle Lehrlinge die Schulen verlassen, dann werden es jährlich weniger. In fünf Jahren sind 10 Prozent weniger Schulabgänger im Bezirk Meschede zu erwarten.
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