Grüne: PFT-Sanierung ist blinder Aktionismus

Meschede. Die Möhnetalsperre ist ein riesiges Schadstofflager und die Sanierung der mit PFT belasteten Flächen bei Brilon-Scharfenberg ist »blinder Aktionismus« – zu diesem Urteil kommen die Grünen im HSK nachdem sie das vorliegende Datenmaterial eingehender untersucht haben.

Alle offiziellen Betrachtungen der Landesregierung zur Ermittlung der PFT-Quellen beruhen bislang auf den Schadstoffkonzentrationen in den einzelnen Gewässern. Das ist irreführend, so die Grünen im Kreistag, zu denen sich auch der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Johannes Remmel, gesellte.

Entscheidend seien nicht die Schadstoffkonzentrationen in einzelnen Gewässern, sondern die Schadstoffmengen, die von diesen Gewässern tatsächlich transportiert werden, Frachtraten genannt. Zwar ist der kleine Bach Steinbecke, der das PFT aus Scharfenberg transportiert, hoch belastet. Er liefert mit 22 Gramm PFT aber nur 7 Prozent des Giftes, das schließlich in der Möhnetalsperre landet. Über weitere Zuflüsse kommen aus dem Kreis Soest noch einmal 50 Gramm PFT unbekannten Ursprungs hinzu.

Harald Friedrich

»Wenn ich etwas nicht weiß, muss ich nicht handeln«: Der Abfall- und Gewässerexperte Harald Friedrich hat die Daten des Staatlichen Umweltamtes Lippstadt neu geordnet. foto|be

Monatlich fließen so etwas mehr als zwei Kilogramm Gift in die Möhne hinein – aber 10 Kilogramm fließen jeden Monat dort hinaus. Das heißt: Entweder gelangt noch mehr Gift auf bisher unbekannten Wegen in die Talsperre oder sie ist ein riesiges Schadstofflager.

Einen Acker bei Scharfenberg zu sanieren ohne ein umfassendes Sanierungskonzept zu haben, nennt Harald Friedrich, Abfall- und Gewässerexperte und Ex-Abteilungsleiter im Landesumweltministerium, »blinden Aktionismus«. Entweder wolle die Landesregierung damit vortäuschen, sie habe das Problem im Griff oder die Trinkwasserversorger sollen bewusst vor erheblichen Sanierungskosten bewahrt werden. Im HSK, so Friedrich, liege nur 20 bis 25 Prozent des Problems, der Rest sei noch gar nicht bekannt. Auch welche anderen Gifte dort noch unterwegs seien, wisse bislang niemand.

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Ein Kommentar

  1. Matthias Schulte-Huermann’s avatar

    Na ich wollte ja nicht mehr aber jetzt muß ich mich doch nochmal äußern:
    Harald friedrich der hier offensichtlich für die Grüne Kreistagsfraktion spricht (warum auch immer) erzählt Unsinn.
    Scharfenberg ist eine 10 h große Giftmülldeponie und die Sanierung macht Sinn. Die Frge ist nur wie.
    Und deine Zahlen stimmen auch nicht.
    Lieber Harald warum benutzt du eigentlich die Grüne Kreistagsfraktion dazu solchen Unsinn zu verbreiten?
    Ist es Liebe? Oder denkst du du müßtest den grünen vor Ort helfen (Helfersyndrom führt wie in diesem Fall die Spaltung zeigt óft zum Gegenteil)

    Oder spielen andere Triebe hier eine Rolle?

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