Germanenjagd

Germanenjagd: Verrückte Nudeln im Wald

Ostwig. Gibt es ein Sternbild namens »Achterdeck«? Wer hat das Croissant erfunden? Warum ist die Banane krumm? Fragen über Fragen, mit denen sich am Samstag die rund 150 Teilnehmer der 3. Germanenjagd des TV Germania Ostwig herumschlagen wollten.

Nudeln im Wald: Atemberaubende Körperbeherrschung

Nudeln im Wald: Atemberaubende Körperbeherrschung. foto|be

Schon bei der Vorbereitung der diesjährigen Germanenjagd hatte Klaus Schmücker, Entertainment-Chef des TV Germania, einen Heidenspaß. Seine Lieblingslieder der Neuen Deutschen Welle durfte, ja musste er alle noch einmal hören, denn sie waren die Leitmotive der Schnitzeljagd für Erwachsene und solche, die es werden wollen.

»Im vergangenen Jahr hatten wir ein Super-Wetter und alle Teilnehmer hatten einen Riesenspaß. Deshalb haben sich auch in diesem Jahr wieder viele angemeldet«, sagt Schmücker. Weil der Spaß aber viel Vorbereitungszeit kostet, wird die Germanenjagd künftig nur noch alle zwei Jahre statt finden, im Wechsel mit dem Germanen-Cup. Dabei soll – man ist ja schließlich ein Sportverein – eher der Sport im Vordergrund stehen: Gummistiefelweitwurf, zum Beispiel.

Sport war am Samstag nicht so wichtig: Es war eher ein gruppendynamischer Spaziergang mit Rätselecken. So gingen also wieder 15 Gruppen mit so klangvollen Namen wie »Die Uschis« oder »Die bei Rose trinken« an den Start des dreistündigen Spaziergangs. Mit dabei war auch »R.O.K.K.«. Früher stand das einmal für »Rettet Ostwigs Kleine Kneipe«. Weil aber auch der Konsumverein, das unternehmerische Leben des Etablissements nicht verlängern konnte, stehen die vier Buchstaben nun für »Reisende Ostwiger Kneipen-Knobler«, und die treffen sich jetzt an einer anderen Theke.

Morsen mit der Party-Tröte: Ein Spaß für die ganze Familie

Morsen mit der Party-Tröte: Ein Spaß für die ganze Familie. foto|be

Die Rätsel gab es an sechs Stationen, die alle die Namen von Hits der Neuen Deutschen Welle hatten. Bei der Station »Ich seh den Sternenhimmel« (Huber Kah) mussten die Teilnehmer unter anderem Sternbilder raten, von denen es deutlich mehr gibt als die zwölf Sternzeichen – ja, ein Achterdeck gibt es wirklich, es ist ein Teil von Argo. Bei »Ich bau Dir ein Schloss« (Purple Schulz) ging es darum zu wissen, wo die gefragten Schlösser liegen. Aber nicht nur Wissen war gefragt: Nach dem man an der Station »Carbonara« (Spliff) Nudelsorten und den Spitznamen des Bundessortenamtes (Kartoffelbehörde) erraten hatte, wurde es praktisch.

Turmbau zu Ostwig: Die Steinbergknappen haben den höchsten

Turmbau zu Ostwig: Die Steinbergknappen haben den höchsten. foto|be

Bei dem Versuch, eine Spaghetti in eine Makkaroni zu schieben, ohne die Hände zu benutzen, offenbarten nicht wenige Teilnehmer eine erstaunliche Körperbeherrschung – jedenfalls, wenn man das auf dem Weg konsumierte Bier berücksichtigt. Auch an der übernächsten Station, »Dreiklangdimensionen« (Rheingold), gereichten die Party-Tröten, mit denen Morse-Zeichen ausgesendet werden sollten, zu freudigen Gesichtsverzerrungen.

An der sechsten und letzten Station namens »Hohe Berge« (Frl. Menke) wurde es dann doch noch richtig sportlich: Ein Turm aus Pflastersteinen sollte errichtet werden, dessen Bestandteile per Staffellauf vom anderen Ende des Tennisplatzes herbeigeschafft werden mussten. Mit 1,70 Metern erreichte das unter statischen Gesichtspunkten eher bedenkliche Bauwerk der »Steinbergknappen« die höchste Höhe.

Um 21 Uhr standen schließlich die Sieger fest: Den ersten Platz und eine Reise nach Willingen erreichte der Kegelclub »Die Hülis«, deren Name sich angeblich vom Brunftruf ihres Wappentieres, dem Elch, ableitet. Die Plätze Zwei und Drei belegten die Vorjahressieger »Sweet 16″ und die »Zuckerpuppen.«

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