Bestwig. Weg von den Kleinteilen, hin zu den Großteilen – Tital will am Standort Bestwig wachsen. Der Bau neuer Produktionshallen ist aber nicht der einzige Schritt zu mehr Umsatz. Auch die Mitarbeiter sollen sich an der Investition beteiligen – mit zusätzlichen Arbeitsstunden.
Gestern unterzeichneten die Tarifvertragspartner einen Sondertarifvertrag für die kommenden fünf Jahre über den alle Beteiligten sehr glücklich sind. »Ohne diesen Sondertarif hätten wir den Standort Bestwig nicht ausbauen können«, sagt Tital-Geschäftsführer Philip Schack. »Dann wäre die neue Produktion im Ausland entstanden.«
Der Sondertarif sieht vor, dass die Beschäftigten dem Betrieb in den kommenden fünf Jahren ein jährliches Sonderstundenkontingent von 130 Arbeitsstunden pro Jahr zur Verfügung stellen. Im Gegenzug will die Firma 10 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion in Bestwig investieren, 55 zusätzliche Arbeitsplätze und einen Ausbildungsplatz schaffen sowie auf betriebsbedingte Kündigung verzichten.
Auf Seiten der IG Metall lobten Detlef Wetzel, Bezirksleiter Nordrhein-Westfalen, und Wolfgang Werth, erster Bevollmächtigter im Bezirk Arnsberg, der Vertragsabschluss als vorausschauende Weichenstellung. Allzu oft werde ein Sondertarifvertrag erst ausgehandelt, wenn die Krise da sei, sagte Wetzel. In der Vereinbarung mit Tital sieht er jedoch »ein sehr gelungenes Projekt«.
Über den finanziellen Gegenwert des Beitrages des Beschäftigten möchte Schack nichts sagen. Durch die mit dem Sondertarifvertrag vereinbarte Gewinnbeteiligung sei es aber möglich, dass 80 der 130 Sonderstunden am Ende jeden Jahres bezahlt werden.
Der Personalkostenanteil liege bei Tital deutlich höher als beim Branchendurchschnitt. Der Ausbau der Produktion und die Umstellung auf Titan-Gussgroßteile bringe auch erhebliche Kosten für die Fortbildung der Mitarbeiter mit sich.
Im Titan und den Guss-Großteilen sieht Schack die Zukunft des Unternehmens. Der Wettbewerb bei den kleinen Gussteilen nehme zu. Die Herstellung von Großteilen sei schwieriger als die von Kleinteilen und erfordere daher sehr viel mehr Wissen. Eine Weiterentwicklung des Know Hows und der Fertigung bringe nicht nur größere Margen. Langfristig möchte Schack das Unternehmen auch zum internationalen Referenz-Unternehmen für die Fertigung von Bauteilen aus Titan-Guss machen.
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