Nähen und Kochen für die Jüngsten

Berge. »Ich habe Tinte an den Fingern, aber ich habe einen Tintenkiller.« Das hilft, aber Händewaschen ist noch besser. So steht es im Küchenknigge. Hauswirtschaft steht in dieser Woche nachmittags in der Grundschule Berge auf dem Programm – erst einmal versuchsweise.

Bevor es losgeht, heißt es also Händewaschen. Außerdem müssen lange Haare zusammen und eine Schürze umgebunden werden. Auch dass Ohren zum Zuhören da sind, ist bei Arbeiten in der Küche nicht ganz unwichtig – jedenfalls für Grundschulkinder.

Neun Kinder der Berger Grundschule lernen in dieser Woche während der Nachmittagsbetreuunng, was man alles in der Küche machen kann – ohne sich dabei zu verletzen. Den Unterricht übernimmt Brigitte Schulte.

Sie ist eine von 23 Landfrauen in Nordrhein-Westfalen, die in diesem Jahr eine Ausbildung für den Hauswirtschaftsunterricht an Grundschulen absolviert haben. Außerdem ist sie die einzige im Hochsauerlandkreis.

Praktischer Unterricht

Hauswirtschaftslehre ist an weiterführenden Schulen in NRW kein Unterrichtsfach mehr; nur an Hauptschulen gibt es das Fach noch.
Damit das Wissen um gesunde Ernährung und ihre Zubereitung dennoch an das Mädchen und den Jungen kommt, geht der Verband in die Grundschulen.
Im Rahmen der Nachmittagsbetreuung sollen schon die Kleinsten möglichst früh lernen, sich gesunde Zwischenmahlzeiten selbst zuzubereiten – oder in der Küche und im Haushalt zu helfen.
Für eine Schulstunde verlangt der Verband 18 Euro, die aus dem Schuletat bezahlt werden müssen.

Auf dem Programm gestern: Dschungelbombe und Obstspieße. Weil Hauswirtschaft aber nicht nur aus Kochen besteht, musste erst einmal ein bisschen genäht werden – die zu Kochschürzen umfunktionierten Trockentücher brauchten noch Bänder.

Für die Fruchtspieße müssen Äpfel, Birnen und Bananen geschnitten und Pflaumen entkernt werden. Obwohl Schälmesser nicht unbedingt zum gewöhnlichen Unterrichtsmaterial einer Grundschule gehören, geht das ohne Blutvergießen.

Der Unterricht ist ein Versuch. Ob er weitergeführt wird, sollten eigentlich die Kinder entscheiden. Denen macht es sichtlich Spaß, auch wenn Maria die getrockneten Birnen von Brigitte Schulte nicht mag. Letztlich ist es aber – wie immer – eine Frage des Geldes. Ihr Honorar ist bei dem derzeitigen Etat der Grundschule ein Problem.

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