»Wohin mit unseren Kindern?«

Meschede. Der Kleine Saal der Stadthalle war gut gefüllt. Rund 100 Zuhörer verfolgten die Podiumsdiskussion unter dem Titel »Wohin mit unseren Kindern«, zu der sich neben Vertretern des Kreises auch die familienpolitischen Sprecher der Landtagsfraktionen eingefunden hatten.

»Welche Kinder?« fragte Bürgermeister Uli Hess eingangs seiner Begrüßung. Vor 30 und 40 Jahren war es kein Thema. Nun, da die Geburten immer weiter zurückgehen und die Vergreisung ganzer Landstriche absehbar ist, ist es ein Thema, über dessen Bedeutung sich alle einig sind – im Prinzip.

Mehr Kinder müssen her, aber die dürfen ihre Eltern möglichst nicht von der Erwerbsarbeit abhalten. Denn spätestens in zehn Jahren haben wir – nicht nur im Hochsauerland – einen Arbeitskräftemangel, wie Wolfgang Böhm sagte. Dann, so der Leiter des Fachbereichs Schule und Jugend beim HSK, werden alle Hände gebraucht – von Vätern und Müttern. Böhms schönste Vision: Kostenfreie Kindergartenplätze, die nicht von den Kommunen finanziert werden müssen. Und genau da beginnt das Problem.

Eine geschlossene Betreuungskette, möglichst viele Betreuungsangebote und viel Wahlfreiheit für die Eltern wünscht sich Christian Lindner, FDP. Mit seiner Koalitionskollegin Marie-Theres Kastner, CDU, wies er darauf hin, dass das Land bereits 210 mehr Stellen für die offenen Ganztagsschulen geschaffen und die Schließung aller Horte gestoppt habe. Gleichzeitig bemängelt er aber auch eine fehlende Gesamtstrategie auf Bundesebene.

»Net rede, mache« sagte mein früherer Chef immer. Das Bündnis für Familie in Meschede hat gemacht – und zwar einen Familienatlas. Der hilft weiter alles alle Absichtserklärungen und Sachzwangdiskussionen.

Man kann ihn sogar herunterladen:
Familienatlas 1 – Kinderbetreuung bis zur Einschulung
Familienatlas 2 – Beratungsangebote
Familienatlas 3 – Vereine und Verbände – Angebote für Familien, Kinder und Jugendliche

Andrea Asch, Grüne, und Britta Altenkamp, SPD, waren sich einig, dass der Rückgang der Kinderzahlen nicht zu Einsparungen bei der Kinderbetreuung führen dürfe: »Das Geld muss im System bleiben.« Das Geld wird aber auch zur Sanierung des maroden Landeshaushalts benötigt, worauf Kastner hinwies.

Geld war auch ein Problem für die im Saal anwesenden Mütter. Sie wünschen sich eine größere Flexibilität bei der Übermittagbetreuung im Kindergarten. Die muss nämlich auch dann für einen ganzen Monat bezahlt werden, wenn sie nur ein- oder zweimal pro Woche in Anspruch genommen wird. Schützenhilfe bekamen die Mütter von den Kindergärtnerinnen, für die es keinen Unterschied macht, ob sie mittags auf drei oder fünf Kinder aufpassen.

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