Meschede. Die Küche des Piemont hat es Pater Reinald Rickert OSB schon lange angetan. Einen wesentlichen Bestandteil dieser Küche hat er ins Sauerland geholt: das Piemonteser Rind. Beim Henneseefest wird er zeigen, was sich daraus machen lässt und sich mit deutschen und italienischen Züchtern treffen.
Feinfaserig, fettarm und schnell garend ist das Fleisch der Rinderrasse aus dem Altpiemont, jener alpinen Gegend nordwestlich von Turin, in der auch die Nüsse für die Ferrero-Küsschen wachsen. Weil man mit Milchproduktion kein Geld mehr verdienen kann, hat sich der oberste Landwirt der Mescheder Benediktiner ganz auf die Fleischproduktion eingestellt. Und das Piemonteser Rind ist ein Leckerbissen.
Lampo (links) ist ein echt-italienischer Macho mit Nasen-Piercing und Pater Reinalds ganzer Stolz. foto|be
Wie viel Fleisch am Piemonteser Rind dran ist, ist auch für den Laien leicht zu erkennen: Schon die Kälbchen haben ein Hinterteil wie ein olympischer Zehnkämpfer – nur größer. Während andere Fleischrindrassen viel Energie in den Aufbau dicker Knochen stecken müssen, bleiben die Piemonteser eher zartgliedrig, allerdings mit den Muskelpaketen eines Kunstturners. Für Bauern ist vor allem die »Ausschlachtung« interessant: bis zu 73 Prozent der Körpermasse lässt sich verwerten, bei Rotbunten sind es gerade mal 58 Prozent.
Vor zwölf Jahren kaufte Pater Reinald den ersten Bullen bei einem Züchter in der Eifel. Mittlerweile steht der vierte Bulle in der Sonne hinter dem Stall. Lampo, so heißt der Muskelprotz, ist, wie Pater Reinald sagt, ein echt-italienischer Macho und war praktisch ein Geburtstagsgeschenk. »Zu meinem 50 Geburtstag wollten mir viele Leute unbedingt etwas schenken«, berichtet Pater Reinald. »Weil ich eigentlich nichts brauche, habe ich um Spenden für den Kauf eines neuen Zuchtbullen gebeten.« In Meschede vergnügt sich Lampo mit zehn Rassegenossinnen und dreißig Exemplaren der rotbunten Sorte, deren Anblick man im Sauerland gewohnt ist. Die rotbunten sind jetzt von der Milchproduktion befreit und liefern ebenfalls Kälber von Lampo. Diese Kreuzung hat vor allem den Vorteil, dass die Kälber leichter zur Welt kommen – das spart eine Menge Arbeit bei der Geburt.
Das Fleisch lässt Pater Reinald von einem Fleischer in Madfeld zu Würsten verarbeiten. Unter dem Motto »Genuss vom Klosterhof« können Besucher des Henneseefestes des am Samstag, 29. Juli, unter anderem die Rindersalami probieren. Die Rindviehcher kommen an diesem Tag nicht mit an den See. Statt dessen wird sich der Pater mit 11 italienischen und 10 deutschen Züchtern über »seine« Piemonteser austauschen.
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