Schmallenberg. Harte Verhandlungen mit der Hausbank um eine Umfinanzierung können auch Telefonanlagen beeinflussen. In der Seniorenresidenz Alexander funktionierten gestern die Telefone kurzzeitig nicht. Weil davon auch der Notruf betroffen war, waren einige Bewohner und ihre Angehörigen beunruhigt.
Inzwischen läuft alles wieder und das betreute Wohnen in der Seniorenresidenz in der Mitte Schmallenbergs geht weiter seinen gewohnten Gang – einschließlich Telefon.
Der Grund für das fehlende Freizeichen war eine unbezahlte Rechnung. Für die war die Bank zuständig. Mit der Bank ist Brigitta Gilsbach, Leiterin der Seniorenresidenz, zur Zeit in Verhandlungen um eine Umfinanzierung. Das seit 1998 bestehende Unternehmen hatte ein bisschen mehr Zeit benötigt als geplant, um die 31 Wohnungen zu füllen, deshalb musste die Finanzierung umgestellt werden. »Inzwischen sind 80 Prozent der Wohnungen vermietet«, sagt Gilsbach. »Erst war es ein bisschen zögerlich, aber jetzt ist der Durchbruch da. Es sind vor allem auch sehr viele Schmallenberger eingezogen, was für uns natürlich sehr schön ist.« Neue Investoren und frisches Geld brauche das Unternehmen nicht.
Im Zuge der Finanzierungsverhandlungen war die Bank auf Nummer Sicher gegangen und hatte ihre Eintragung im Grundbuch genutzt, um Grundstück und Gebäude der Seniorenresidenz unter Zwangsverwaltung stellen lassen. Das hat nichts mit einer Insolvenzverwaltung zu tun. Wer ein Grundpfandrecht besitzt, kann die Zwangsverwaltung zur Wahrung seiner Ansprüche beim zuständigen Amtsgericht beantragen. Seit Mitte April kümmert sich nun die Dortmunder Rechtsanwaltskanzlei Wutzke & Förster darum, dass die Einnahmen aus der Immobilie steigen und auf ein Treuhandkonto fließen. Von diesem Konto werden nur die Ausgaben für Betrieb und Instandhaltung des Gebäudes bezahlt. Welche Ausgaben und Einnahmen zum Betrieb der Immobilie gehören und welche zum betreuten Wohnen war wohl noch nicht in allen Punkten vollständig geklärt. Deshalb war die Telefonrechnung länger liegen geblieben.
Für Bewohner der Seniorenresidenz geht das Leben seinen gewohnten Gang. »Die Betreuung ist jederzeit gewährleistet«, versichert Gilsbach. Außer einem Einkauf- und Fahrservice gehört dazu auch die pflegerische Betreuung durch die Firma Apo Care. Deren Geschäftsführer, Peter Miebach, sieht ebenfalls keinen Grund zur Sorge.
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