Bergbau im Sauerland

Ramsbeck. Lange bevor es das Ruhrgebiet überhaupt gab, war das Sauerland schon eine bedeutende Montanregion. Vorgestellt im Bergbaumuseum Ramsbeck, fast ein Tagungsband die aktuellen Forschungsergebnisse zusammen.

»Es wäre wünschenswert, wenn Mittel für die archäologische Forschung nicht nur für Projekte in Jemen und Usbekistan gefunden würden, sondern auch für das Sauerland«, meint der Historiker Prof. Wilfried Reininghaus. Gemeinsam mit Reinhard Köhne, Geologe und leidenschaftlicher Jäger, hat er eine neue Methode erarbeitet, um schriftliche und nicht-schriftliche Quellen zum Bergbau im Sauerland zu erfassen. Das klingt kompliziert, ist aber im Grunde ganz einfach: Reininghaus durchsucht die Archive nach alten Büchern und Urkunden und Köhne geht auf die Jagd. Dabei findet der Jäger nicht nur Rehe, sondern auch so genannte Pinge. Das sind kleine und größere Mulden, die durch Tagebau im Mittelalter und zur Römerzeit entstanden sind.

Bis in die merowingische Zeit lassen sich Erzabbau und Verhüttung im Sauerland zurückverfolgen. Schon ab dem 11. Jahrhundert ging man zum Abbau von Blei, Silber, Kupfer und Zink unter die Erde. Schon zur Römerzeit war das im Sauerland geförderte Blei ein im großen Maßstab gehandeltes Gut. Bleibarren aus Sauerland und Eifel wurden in Schiffswracks im Mittelmeer gefunden und in der Hellweg-Region war man bei der Salzgewinnung auf Blei aus dem Sauerland angewiesen, denn nur dieses Metall korrodiert nicht, wenn es mit Salz in Berührung kommt.

Es gäbe noch viel zu erforschen, aber archäologische Grabungen – vor allem unter Tage – sind kostspielig. So bleibt nur die ehrenamtliche Forschung durch heimatverbundene Menschen, die die Gegend genau kennen. Dabei geht es nicht weniger wissenschaftlich zu als bei staatlich geförderten Großprojekten – nur langsamer.

Bergbau im Sauerland. Westfälischer Bergbau in der Römerzeit und um Frühmittelalter, hrsg. V. Reinhard Köhne, Wilfried Reininghaus u. Thomas Stöllner, Verlag des Westfälischen Heimatbundes, Münster 2006, ISBN 3-928052-12-8, Preis: 9,80 Euro

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