Gift in Ruhr und Möhne – III

Hochsauerland. Die Kreisverwaltung empfiehlt, für die Zubereitung von Säuglingsnahrung in den Arnsberger Stadtteile Neheim, Hüsten, Herdringen, Bruchhausen und Holzen abgepacktes Trinkwasser zu benutzen.

Im Wasserwerk Möhnebogen bei Arnsberg-Neheim wurden im Trinkwasser PFT -Werte bis zu 0,56 Mikrogramm pro Liter gemessen. Nach Auffassung der Experten aus dem Hygieneinstitut Gelsenkirchen sind diese Konzentrationen für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren für befristet tolerierbar. Eine akute Gesundheitsgefährdung bestehe daher nach Auffassung eines Gutachters nicht.

Da jedoch besonders Säuglinge und Kleinkinder im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht mehr Wasser aufnehmen als Erwachsene, schlägt der Gutachter als reine Vorsichtsmaßnahme vor, zur Zubereitung von Säuglingsnahrung anstelle von Trinkwasser abgepacktes Mineralwasser zu verwenden.

Der Hochsauerlandkreis hat ab Freitag, 16. Juni, eine Hotline zum Thema »PFT« eingerichtet. Unter der Rufnummer 0291-94 2200 geben dort Mitarbeiter der Kreisverwaltung Auskunft. Die Hotline ist während der Dienstzeiten montags, mittwochs und donnerstags von 8.30 bis 15.30 Uhr, dienstags von 8.30 bis 17 Uhr sowie freitags von 8.30 bis 13 Uhr erreichbar. Weitere Informationen sind auf der Homepage des Hochsauerlandkreises abrufbar.

Nach dem heutigen Gespräch beim zuständigen Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW in Düsseldorf erhärtet sich der Verdacht, dass die Ursache für die Verunreinigung der Gewässer im Raum Brilon-Scharfenberg im Aufbringen von Bioabfallgemischen liegt. Umfangreiche Untersuchungen und Recherchen über den Hochsauerlandkreis hinaus haben eine deutliche Belastung des Materials mit PFT ergeben. Eine weitere Aufbringung des Materials wurde sofort gestoppt.

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3 Kommentare

  1. Matthias Grötz’s avatar

    PFT gilt als nicht »akut« gesundheitsschädigend. Dieser Stoff hat natürlich im Trinkwasser nichts zu suchen. Langzeitwirkungen sind völlig unbekannt, ebenso wird sicherlich nicht regelmäßig bundesweit danach gesucht. Weitere Überraschungen sind also sehr wahrscheinlich.

  2. Getmann’s avatar

    Ich will einfach mehr wiessen.

  3. Susanne Ulmke’s avatar

    Keiner kann sagen, wie lange PFT schon im Wasser ist, die 3-Jahres-Grenze ist vielleicht seit Jahren überschritten. Diese Stoffe sind im Labor erzeugt, Natur kann nicht damit umgehen, so ist das nun mal. Sauerland ist mal wieder Modellregion, fein, sehen wir mal, wie sich die Prostata- und Leberkrebsrate in den nächsten Jahren entwickelt. Vielleicht wird die REACH-Verordnung der EU dann bei PFT nachgebessert, wenn diese Rate kräftig gestiegen ist. Bisher arbeitet die Industrie kräftig gegen ein Verbot von PFT. Naja, wir sterben doch gern für den Fortschritt…

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