Meschede. Eine erhöhte Konzentration perfluorierter organischer Tenside (PFT) in Ruhr und Möhne beschäftigt zur Zeit die Umweltbehörden des Hochsauerlandkreises. Eine Gefährdung der Bevölkerung bestehe zur Zeit aber nicht.
Im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung des Rheins durch die Universität Bonn wurde eine erhöhte Konzentration von PFT in Höhe der Ruhrmündung gefunden. Weitere Untersuchungen ergaben erhöhte Werte am Oberlauf der Möhne bei Brilon-Scharfenberg bis zur Mündung der Möhne in die Ruhr bei Neheim.

Auf der Suche nach der Ursache: Reinhard Pape, Leiter der Unteren Abfallwirtschaftsbehörde. foto|be
In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt, den Hygieneinstituten Bonn und Gelsenkirchen, der Bezirksregierung Arnberg und dem Gesundheitsdienst NRW ist der HSK zur Zeit auf der Suche nach der Ursache der Verunreinigungen. Eine Untersuchung der Abwässer sämtlicher Firmen und einer alten Mülldeponie in dem betroffenen Gebiet blieb bislang aber ohne Ergebnis.
Die gemessenen Werte liegen mit 0,6 Mikrogramm pro Liter Wasser noch innerhalb der Spanne eines internationalen Leitwertes. Eine akute Gesundheitsgefährdung durch den Genuss von Trinkwasser besteht laut HSK zur Zeit nicht. Auch das Baden im Möhnesee sei unbedenklich.
PFT sind Kohlenstoff-Fluor-Verbindungen, die in der Papier-, Verpackungs- und Textilindustrie eingesetzt werden, um Materialien wasserabweisend zu machen. Sie kommen auch in Teflonbeschichtungen, Schmier- und Düngemitteln vor.
Diese Chemikalie wurden bereits weltweit in der Umwelt nachgewiesen und sind in Blut und Organen von Lebewesen zu finden. Sie reichern sich in der Nahrungskette an und sind auch im menschlichen Blut zu finden. Über die Wirkung auf den Organismus gibt es bislang kaum Erkenntnisse. Die steht Forschung hier noch ganz am Anfang. Bisher wurde eine krebserregende Wirkung bei Ratten nachgewiesen, bei Menschen jedoch noch nicht.
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Mantel, Lokalteile Meschede, Arnsberg
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