Meschede. »Wohnen für Hilfe« – dieses Konzept finden 54 von 70 befragten Mescheder Studenten gut. Das ist eine gute Nachricht für den Arbeitskreis »Leben im Alter«, der gestern zu einer Informationsveranstaltung für interessierte Senioren geladen hatte.
Die meisten der anwesenden Senioren wollten sich erst einmal nur informieren. Wie groß sollten die Zimmer oder Wohnung für Studenten sein, muss ein eigenes Bad und WC dabei sein und – ganz wichtig – welchen Stundenlohn soll man denn ansetzen für die Hilfe in Haus und Garten. Gisela Bartsch, Koordinatorin des »Bündnisses für Familie«, hält einen Stundenlohn von acht bis zehn Euro für angemessen, ein Interessent hatte sich eher einen Euro pro Stunde vorgestellt.
Fünf Studenten, so hat es eine Umfrage des Allgemeinen Studentenausschusses ergeben, haben jetzt ein konkretes Interesse, eine Bleibe zu finden, deren Miete sie teilweise abarbeiten. Die Aussicht, dass wenigstens ein Mietverhältnis dieser Art in der nächsten Zeit zustande kommt stehen nicht schlecht. Eine Familie in Klause, deren studentische Mieter immer schon mal in Haus und Garten zur Hand gegangen sind, hat wieder eine große Wohnung frei. Für den Vater, der an Parkinson leidet und die Mutter, die keinen Führerschein besitzt, wäre es eine große Hilfe, wenn »ihr Student« auf einer regelmäßigen Basis für sie arbeiten und kleine Kurier- und Einkaufsfahrten übernehmen könnte.
Einkaufen, Rasen mähen, Begleitung zum Arzt, Staubsaugen – das sind die Tätigkeiten, die sich die Studenten laut Umfrage gut vorstellen könnten, um ihre Mietkosten zu senken. Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit, Besuch zu empfangen, sind ihnen auf der anderen Seite sehr wichtig.
Die größten Schwierigkeiten, eine Bleibe zu finden, haben die Studenten der Firma Siemens. Sie sind immer nur ein Semester lang in Meschede. Den meisten Vermietern ist das als Mietzeit zu kurz. Alexander Dohrn vom AStA hofft auf Abhilfe durch das neue Modell.
Die nächste Informationsveranstaltung für interessierte Senioren ist am 12. Juni um 15.30 im Gebäude der Caritas an der Steinstraße. Mustermietverträge und Formulare zur Arbeitszeiterfassung sind bei Gisela Bartsch im Rathaus zu haben.
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