Remblinghausen. Remblinghausen ist etwas Besonderes. Das war den 16 Studenten, die in dieser Woche ihr Basislager im Jakobushaus aufgeschlagen haben, schnell klar. Nach einem Dorfrundgang mit Politikern und Vereinsmitgliedern am 1. Mai, wurden gestern die Fragebögen entwickelt, mit denen die Forscher jetzt das Dorf unter die Lupe nehmen.
Nach einem vorgegebenen Schema soll das Dorf nicht untersucht werden. »Es ist wichtig, die Fragestellung den Gegebenheiten des Ortes genau anzupassen«, sagt Thomas Tschöke von der Akademie der Katholischen Landjugend in Bad Honnef. Zusammen mit Joachim Faulde von der katholischen Fachhochschule Paderborn und Albert Herrenknecht vom Pro Provincia-Institut in Boxberg-Wölchingen betreut er die 16 Studierenden des Fachs Soziale Arbeit.
Das eigene Gewerbegebiet mit 150 Arbeitsplätzen ist etwas Besonderes und die vielen Vereine auch. Schwarzarbeit fällt kaum ins Gewicht, weil der Zusammenhalt im Dorf dafür sorgt, dass die Bewohner lieber die örtlichen Handwerksbetriebe beauftragen als in so genannter »Nachbarschaftshilfe« zu arbeiten. »Remblinghausen muss eigentlich wachsen«, sagt Albert Herrenknecht, »denn Stillstand bedeutet bei der heutigen demografischen Entwicklung eigentlich Rückgang.« Weil die Landwirte ihre Flächen aber lieber weiter bewirtschaften möchten und die jetzigen Bewohner die offene Bauweise im Dorf erhalten möchten, sind Bauplätze ebenso knapp wie begehrt.
Die Verschönerung des Dorfes reiche heute nicht mehr aus, um die Zukunft zu sichern, so Herrenknecht. Die höchste Auszeichnung des Wettbewerbes »Unser Dorf soll schöner werden« bekommen nur noch Dörfer, die auch nachweislich für die Zukunft gerüstet sind.

Basislager im Jacobushaus: Die Studenten entwickeln die Forschungsziele. foto|be
Wie das in Remblinghausen bewerkstelligt werden könnte erarbeiten die 16 Studenten in dieser Woche. In Arbeitsgruppen aufgeteilt und mit speziell für Remblinghausen angepassten Fragebögen ausgestattet, sind sie den verschiedenen Aspekten des Dorflebens auf der Spur. Die Themen: Tourismus, Bürgerleben, Verein, Freizeitfangebote für Senioren und Jugendliche und das Leben junger Familien. Außer den Dorfbewohnern werden auch Gewerbetreibende, Gastronomen, Politiker und das Stadtmarketing Meschede befragt.
Am Freitagabend soll alles fertig sein. Bevor die Ergebnisse veröffentlicht werden, will Gruppe ihre Ergebnisse den Dorfbewohnern um 20 Uhr in der Schützenhalle präsentieren.
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