Grevenstein. Noch ist zwar nicht ganz geklärt, ob es überhaupt wieder öffnet, aber der neu gegründete Trägerverein lud am Karsamstag schon mal zum Großreinemachen im Freibad Grevenstein.
»Wenn morgen nicht Ostern wäre, wären noch mehr da«, darin ist sich Christian Flach sicher. Immerhin hat der Verein schon 200 Mitglieder, 35 sind zum Arbeitseinsatz erschienen.
Das Wetter meint es gut mit der Putztruppe, die sich am Samstag im Freibad eingefunden hat; ausnahmsweise mal kein Regen und die Temperatur erinnert entfernt an Frühling. Thomas Heimes steht mit seinem Sohn im leeren Schwimmbecken. Mit Wasserschlauch, Dampfstrahler und Schrubber rücken sie dem Algenbelag auf den Kacheln zu Leibe. Heimes ist Leiter des Badbetriebs des Vereins »Freibad Grevenstein e.V.« Das ist eine von sechs Funktionen des Schwimmbadbetriebs, die der Verein schon besetzt hat. Organisatorisch steht alles.
Aber heute wird erstmal geputzt. Auf der Liegewiese hat ein Maulwurf getobt und ein paar Bäume sind zu groß geworden. Auf dem ganzen Gelände sind Leute mit Schaufeln, Harken, Motorsägen und anderem Gerät unterwegs. Ein Schlepper und eine Häckselmaschine stehen ebenfalls bereit.
Am Beckenrand sind ein paar Kacheln abgeplatzt. »Normale Winterschäden«, sagt Flach und verweist auf die Ersatzkacheln, die er unter dem Schwimmbecken gebunkert hat. Das Becken ist nicht direkt in die Erde eingelassen, sondern steht auf Stelzen, die man im Keller sehen kann. Für die mehr als dreißig Jahre, die die Betonkonstruktion bereits ihren Dienst tut, sieht die Anlage ziemlich gut aus. Das hat auch schon ein Gutachter bescheinigt, berichtet Horst Nölke, Geschäftsführer des Vereins. Rohre und Umwälzanlage wurden vor zwei Jahren erneuert, der Heizkessel ist erst sechs Jahre alt. »Es wäre schade, wenn das alles einfach nicht mehr genutzt würde, wenn es schon mal da ist«, sagt Nölke.
Nur das Dach über der Cafeteria und den Umkleidekabinen bereitet Sorgen. Es ist ein Flachdach, wird von Holzleimbindern getragen und ist undicht. Die Sanierung soll laut Angebot eines Dachdeckers 68 000 Euro kosten. Insgesamt rechnet der Verein mit einem Investitionsbedarf von 77 775 Euro.
Nölke: »Wäre schade, wenn das alles einfach nicht mehr genutzt würde, wenn es schon mal da ist.« foto|be
Einen Teil davon — 50 000 Euro — erhofft sich der Verein als Anschubfinanzierung von der Stadt Meschede. Den Rest will man mit Spenden, Mitgliedsbeiträgen, Eintrittsgeldern und Eigenleistung am Bau aufbringen. Ein ordentlicher Geschäftsplan liege bereits beim Bürgermeister, so Nölke. »Dass Meschede sich nicht mehr drei Bäder leisten will, ist ja in Ordnung«, meint er. Wenn das Bad aber einfach geschlossen werde, müsse die Stadt weiterhin für die Verkehrssicherung der Anlage zahlen und sich den jährlichen Wertverlust in die Bilanz schreiben. Besser als eine kostspielige und betriebsbereite Ruine, sei es, wenn der Verein den Betrieb — nach den nötigen Reparaturen — in Eigenregie fortführe.
»Ganz Grevenstein steht hinter dem Bad«, sagt Nölke. Viele gehen nach der Arbeit noch gern ein bisschen baden und Pool-Parties seien immer der Renner gewesen. Die Eröffnung ist für den 13. Mai geplant. Die nächste Ratssitzung, in der über die Zukunft des Bades entschieden werden könnte, ist erst im Juni. Aber »man kann auch Sondersitzungen machen«, sagt Nölke.
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Lokalteil Meschede
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