Für Augen und Ohren: Die 2. Mescheder Kneipennacht

Dance people
Dancepeople im »Mono« bei der 2. Mescheder Kneipennacht foto|be

Meschede. Umfallen konnte man nur draußen. Die zweite Mescheder Kneipennacht sorgte in allen Lokalen für Gedränge.

Im Blauen Baum am Stiftsplatz war es kurz nach neun schon schwer reinzukommen. »Rock-Klassiker und Chartbreaker« standen auf dem Programm der Cover-Band Superliquid. Die rockte stellvertretend für das Publikum, das sich mangels Spielraum auf moderates Wippen beschränken musste. »Klasse Band«, meint Uli Wagner. Als Drummer der Schlossberg-Musikanten ist er sonst mit Volksmusik unterwegs. Heute Abend macht er mit Freund Burkhard die rockende Runde durch Mescheder Kneipen.


Ulrich van der Schoor vom Ringlets Trio

Rock’n'Roll in der Tröte. foto|be

Am Eingang des Netz waren die beiden schon gescheitert: Um viertel vor zehn hätte man schon von draußen schieben müssen, um noch jemanden rein zu kriegen. Bei gefühlten 120 Dezibel tobt dort die Band »Wild«.

Im Musiklokal Tröte finden Uli und Burkhard dagegen sogar einen großzügigen Logenplatz mit zwei Sofas. Darauf bleiben die beiden aber nicht allzu lange sitzen, denn vorne bringt das »Ringlets Trio« mit Rock’n'Roll und Western Swing die ersten Hüften in Bewegung. Spätestens bei Buddy Holly hat der Bewegungsdrang mehrerer Gäste gesiegt und einen Tanzplatz geschaffen. Burkhard wippt vorsichtshalber bei seinem Sofa in der hinteren Ecke des Lokals, denn so einen Logenplatz bekommt man nicht so schnell wieder. »Wir gehen jetzt gleich noch ins Campus, gehen Se mit.« Ja klar, aber da liegen erst noch ein paar andere Kneipen auf dem Weg.

Das Brasil am Winziger Platz, zum Beispiel. Da gibt es spanische Tanzmusik von Luis Gonzalez. Der sitzt mit seiner Gitarren außerhalb der Fotografen-Reichweite ganz hinten in der Ecke, während das Publikum Cocktails schlürft. »Je Latino desto Licht« scheint eine musikalische Faustregel zu sein. Während die Rock Bands nur sich selber Licht gönnen, sind die Café-Bar Brasil und das Capp-U-Cino im Rebell hell erleuchtet.

Samba im Capp-U-Cino

Samba im Capp-U-Cino. foto|be

Im Capp-U-Cino sind auch wieder die feurigen Tänzer aus der Tröte. Es geht mit Samba von »Agua Caliento« weiter. Nach zwanzig Minuten will das Duo Pause machen, lässt sich aber noch zu einem Geburtstagsständchen für Stefan überreden. Nach der musikalischen Gratulation unter Anteilnahme von ungefähr 100 Gästen sieht er sich gegenüber der Presse aber zu einem entschiedenen Dementi veranlasst: »Ich habe weder Geburtstag, noch habe ich mich heute verlobt.« Na, Hauptsache wir haben Spaß.

Der geht um Mitternacht im Papillon in der Mühlengasse weiter. Dort macht die Band »Here Comes Johnny« zwar gerade Pause, aber die Tanzfläche ist dennoch voll besetzt. Als die Musiker schließlich wieder auftauchen, brauchen die Tänzer frische Luft. Die bekommt man auf dem Weg ins Campus. »Komm mit!« Ja, gleich, da liegt noch eine Kneipe auf dem Weg – das Mono im Stiftscenter.

Tanz im Papillon

Leidenschaft im Papillon. foto|be

Dort gibt es keine Band und auch nicht viel Platz zum Tanzen. Dafür gibt es »Sex on the Beach« (Glas, 6 Euro) und zwei sehr bewegliche GoGo-Girls. Für deren Bewegungen müssen die Gäste zwar die kleine Tanzfläche freigeben, bekommen dafür aber Inspirierendes geboten.

Im Campus ist um halb zwei Schluss mit Live Musik; die Gary Cooper Band räumt ab. Den Gästen macht das nichts, denn es gibt ja noch was zu trinken.

Bilder: Diaschau bei Flickr

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