Meschede/Düsseldorf. Im Hort des Kinderschutzbundes (KSB) werden zur Zeit 80 Kinder betreut. Fast alle kommen aus Migrantenfamilien. Weil Fördermittel zur Zeit umgeschichtet werden, fürchtet der KSB um den Fortbestand des Horts.
Hilfe bei den Hausarbeiten und bei der Lehrstellensuche für die Kinder, Hilfe bei der Korrespondenz mit deutschen Behörden für die Eltern – damit hat sich der Hort des KSB in der Kolpingstraße in den vergangenen 25 Jahren einen guten Ruf erworben. Der Hort hat 20 Plätze, weitere 60 Kinder werden in »offener Arbeit« zusätzlich betreut; vier Halbtagskräfte und eine Jahrespraktikantin kümmern sich um sie.
Die abgewählte Landesregierung hatte vor, die Förderung von Horten am 1. August 2007 einzustellen. Die offenen Ganztagsschulen sollten diese Arbeit übernehmen. Die neue Landesregierung will offenbar nicht ganz so strikt vorgehen. Sie will »notwendige« Horte auch weiterhin fördern. Notwendig sind sie, wenn keine ausreichende Nachmittagsbetreuung in offenen Ganztagschulen zur Verfügung steht oder in sozialen Brennpunkten. Die Entscheidung darüber sollen die Kommunen treffen. Die Kommunen – im Fall des Mescheder Horts, der Hochsauerlandkreis – müssen jedoch auf die Neuregelung des Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder (GTK) warten, um überhaupt eine Entscheidung über »notwendige« Einrichtungen treffen zu können. Die Neuregelung hängt wesentlich vom Landeshaushalt ab, der im Mai beschlossen werden soll. Nach dem Willen der neuen Landesregierung, sollen darin 20 bis 30 Prozent weniger Mittel für soziale Einrichtungen stehen.
Die Räume für den Hort stellt die Stadt Meschede kostenlos zur Verfügung. Im Wesentlichen geht es aber um 20000 Euro, die der Einrichtung nach dem Ende der Landesförderung fehlen könnten.
Allein die Reiterstaffel der Polizei sei dem Land zwei Millionen Euro pro Jahr wert, meint der SPD-Landtagsabgeordnete Karsten Rudolph, der sich gestern mit seinem Kollegen Gerd Stüttgen vor Ort über die Situation informierte. Geld sei genug vorhanden, meint Rudolph, es müssen nur sozialer verteilt werden. Mit einer Neuauflage seiner Kampagne »NRW bleib sozial!« will der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband deshalb die Haushaltsberatungen beeinflussen, wie Kreisgeschäftsführer Thomas Assmann gestern ankündigte.
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Lokalteil Meschede
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