Jungunternehmer präsentieren sich in Meschede

Meschede. Die Stadt braucht neue Unternehmen, und neue Unternehmer können Unterstützung gut gebrauchen. Mit der Messe »Innovativa« will Meschede sich und den Jungunternehmern helfen.


Bilder von der Innovativa bei flickr.com

Eine Schule für Ayurveda, Innenarchitekten, Steuerberater, Fliesenleger, Holzbausysteme, Metalldesign, IT-Beratung – die Palette der Unternehmensgründungen ist breit gefächert. Rund 50 Gründer und einige, die sie beraten und finanzieren wollen präsentierten sich am Wochenende in der Mescheder Stadthalle.

Die meisten Gründer versuchen es im Dienstleistungsbereich. Manche haben eine Marktlücke entdeckt oder wenigstens eine Nische.

Lucia Bräu mit Pudelrüde Timmi

Lucia Bräu bringt Hunde in Form. foto|be

Dass bestimmte Hunderassen ab und zu frisiert werden müssen, ist nicht neu, und Hundefrisöre gibt es auch schon lange. Aber nicht im Hochsauerland. Lucia Bräus Kunden kommen sogar aus Winterberg nach Wenholthausen. Vor eineinhalb Jahren hat sie den ersten und bislang einzigen Hundesalon in der Gegend eröffnet. Zu ihrer Kundschaft zählen Pudel, Terrier und viele zottelige Mischlinge.

In Holland und Belgien ist der Tierfrisör ein Ausbildungsberuf mit drei Jahren Lehrzeit. In Deutschland ist das (noch) anders. Lucia Bräu hat das Handwerk bei einer Kollegin gelernt.

Computer-Bild eines Badezimmers

Computer-Ansicht eines Badezimmers. foto|be

Neu ist auch nicht das Handwerk des Fliesenlegers. Fliesenlegermeister Daniel Bornemann (27) aus Meschede aber setzt auf moderne Computer-Technik, um seinen Kunden zu zeigen, wie ihr Bad aussehen könnte. Die Maße des Raumes gibt er in ein Programm ein, das dreidimensionale Bilder des Bades liefert. Das Aussehen von Fliesen, Armaturen, Trennwänden und neuen Fenstern kann so schon begutachtet werden, bevor der Meister Hand anlegt. Einmal pro Monat veranstaltet er eine Leinwandpräsentation des Programms: »Wer es gesehen hat, ist begeistert«, berichtet er.

Bornemanns Standeskollege Norbert Schmolka (25) aus Arnsberg begeistert indes die Jury der »Innovativa«. Er liefert die Fototapete fürs Badezimmer: Er vergrößert Fotos nach Kundenwunsch und brennt sie auf Fliesen. Damit gewann er heute den ersten Preis als innovativster Jungunternehmer.

Der zweite Preis ging an Armin Scholand (37) aus Marsberg. Mit seinem »Moosmörder«, einem Kupferblech, das auf jedes Dach geklebt werden kann, befreit der Dachdeckermeister alte und neue Dächer gründlich von Algen, Flechten und Moos.

Helga Haunert

Helga Haunert: »Sauberkeit ist ein herrliches Gefühl.« foto|be

Mit 68 Jahren hatte Helga Haunert aus Arnsberg keine Lust mehr auf Ruhestand. Ein Unfall, in dessen Folge sie ihre Arme eine Zeit lang nicht gebrauchen konnte, brachte sie auf die Idee: Seit Januar diesen Jahres vertreibt sie einen Toilettensitz, der den Allerwertesten automatisch mit Wasser reinigt und trocknet: das Dusch-WC.

Die Technik gibt es zwar auch von einem großen Hersteller aus Süddeutschland, aber ihr Modell ist deutlich preisgünstiger. Als anerkanntes Pflegehilfsmittel kann es außerdem auch vom Hausarzt für alle verschrieben werden, deren Beweglichkeit in Folge von Alter oder Krankheit stark eingeschränkt ist.

Frank Schindler

Viel Liebe zum Detail und zum Raum: Frank Schindler. foto|be

Frank Schindler war noch nicht in Rente, hat aber schon zwei Mal seine Arbeitsplatz verloren. Dann reichte es ihm: Der gelernte Tischler und studierte Innenarchitekt gründete seine Firma Raumliebe in Schmallenberg. Ausstellungsraum und Werkstatt sind gemietet, seine Möbelentwürfe verwirklicht er auf den Maschinen eines Kollegen. Liebe zum Raum war auch an seinem Messestand erkennbar. Damit gewann er den dritten Preis.

Eine Jungunternehmerin mit 20 Jahren Erfahrung ist Claudia Dickschat aus Sundern. Die Gebäudereinigermeisterin und staatlich geprüfte Desinfektorin reinigt alles von Baustellen bis zu Wohnungen. Das Geschäft hat sie von Mutter und Großmutter übernommen.

Longa Dressler

Hilft bei der Suche nach der passenden Idee: Longa Dressler. foto|be

Wer nicht den Vorzug jahrzehntelanger Erfahrung für sich nutzen kann, dem können eine ganze Reihe von Beratern weiter helfen. Helga Haunert hat die Gründungsberatung der IHK genutzt, Klemens Jordan lässt sich von Longa Dressler aus Meschede »coachen«. Der Frisörmeister bietet ein Kommunikationstraining für Kollegen an.

Dressler ist nicht nur selbt Jungunternehmerin, sondern, wie sie sagt, Coach aus Leidenschaft und hilft dabei, ein Betätigungsfeld zu finden, das zur Persönlichkeit des angehenden Unternehmers passt.

Gedruckt:
Westfälische Rundschau
Lokalteil Meschede

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