Heinrichstal. »Der Kapitän der Arche geht von Bord«, so beschrieb Elisabeth von Lüninck im Namen der Caritas den Abschied von Schwester Maria Cornelia.
Den heilpädagogische Kindergarten »Arche« in Heinrichstal hat die Ordensfrau 13 Jahre lang organisatorisch und pädagogisch geleitet. Dass die »Arche« heute ein Montessori-Kinderhaus ist, beruht auf dem persönlichen Engagement der staatlich geprüften Heilpädagogin.
»Ihre Zielstrebigkeit haben Eltern, Kinder und der Vorstand jederzeit gespürt«, sagte eine sichtlich berührte Elisabeth von Lüninck in ihrer Abschiedsrede. Mit ihrer Zielstrebigkeit hat Schwester Cornelia tatsächlich viel bewirkt: Sie machte aus einem einfachen einen heilpädagogischen Kindergarten, in dem behinderte und nicht-behinderte Kinder zusammen betreut werden, und führte dort die Montessori-Pädagogik ein. Mit Nachdruck setzte sie sich auch für den Umbau der neuen Räumlichkeiten in Heinrichstal und die Einrichtung einer vierten Kindergarten-Gruppe ein. Ferdi Lenze bezeichnete die Zusammenarbeit daher auch als »oft stürmisch«. Aber: »Wir verstanden uns wie blind.«
Mit ihren 63 Jahren wird Schwester Cornelia nun ein Projekt in Bolivien aufbauen. Sie war vor zwei Jahren dort und habe spontan zugesagt: »Wenn ich in Rente gehe, komme ich und helfe euch.« Im vergangenen Jahr habe sie Spanisch-Unterricht genommen, den Rest werde sie von ihren Mitschwestern in Cochabamba [GP:Cochabamba] lernen.
In der 800 000 Einwohner zählenden Stadt 220 Kilometer südöstlich von La Paz wird sie eine Tagesstätte für die Kinder der zahlreichen Landflüchtlinge aufbauen.
»Ich habe immer gesagt, es gibt keine Kinder, die nicht lernen wollen«, meint die Schwester, sichtlich bewegt zwischen Abschied und Neuanfang. Auch in Bolivien soll es ein Montessori-Kindergarten werden. »Bis jetzt habe ich dort einen Raum mit vier Wänden, der Rest wird sich finden.«
Die Kinder der »Arche« verabschiedeten »ihre« Schwester mit einem bolivianischen Volkstanz.
Gedruckt:

Lokalteil Meschede
Schlagworte: Arbeit, Behinderte, Caritas, Kinder, Meschede













