»Ein schönes Tor versteht jeder«

Bestwig [GP:Heringhausen]. Es gibt kein Abseits, Rückpass zum Torwart ist erlaubt, und ein Spiel dauert 15 Minuten. Die Regeln sind beim Fuballturnier der geistig behinderten Sportler etwas anders – die Begeisterung ist es nicht.

»Ja, Alex ist der Kapitän, aber ich habe euch gesagt, dass jeder hier Verantwortung trägt.« Sebastian Nöckel muss nach dem ersten Spiel die Gemüter seiner Mannschaft »Torfabrik« aus Meschede ein bisschen beruhigen. Gerade haben sie gegen die Mannschaft vom Haus Gottessegen aus Dortmund-Hörde gespielt. »Das ist der FC Bayern der GB-Liga«, erklärt Nöckel.

Spieler auf dem Platz

Die Fußballer der Werkstatt Gottessegen in Dortmund Hörde gingen als Sieger aus dem Turnier hervor. | Foto: be

»GB« steht für geistig behindert, und die Liga wird vom Behinderten-Sportverband NRW organisiert. Der übernimmt in der Regel auch die Platzmiete, falls sich mal kein Sponsor findet.

Für das Fußball-Turnier der GB Liga Westfalen in Bestwig-Heringhausen am vergangenen Samstag fanden sich reichlich Sponsoren: der örtliche Sportverein »TuS Valmetal«, die sozialistische Jugendorganisation »Die Falken« und das Behindertenwohnheim »Marcel-Callo-Haus« in Meschede beteiligten sich an Kosten und Organisation. Das Fußballmagazin »11 Freunde« stiftete die Preise für die Zusatzwettbewerbe im Torwandschießen und für das Bundesligaquiz.

Die sieben teilnehmenden Mannschaften des Turniers kamen aus Wohnheimen und beschützenden Werkstätten in Bielefeld, Dortmund, Lüdenscheid, Meschede, Minden und Steinfurt.

Eine Mannschaft in der GB-Liga besteht aus sechs Feldspielern und einem Torwart. Die Handicaps der Aktiven sind so unterschiedlich wie die spielerischen Fähigkeiten, aber »ein schönes Tor versteht jeder«, sagt Nöckel. Das ist auch sein Motto.

Seine Mannschaft besteht seit 1999 und trifft sich jeden Montag zum Training; die Spieler sind zwischen 18 und 41 Jahre alt. Oft spielen Nicht-Behinderte mit und bekräftigen so den integrativen Charakter des Sports.

Am Ende reicht es für einen guten vierten Platz

Nöckel, der für die Lebenshilfe e.V. im Hochsauerlandkreis arbeitet, ist, wie er selbst sagt, Fußballtrainer aus Leidenschaft. Leidenschaft verbindet auch seine Spieler mit dem Sport: Kein Wochenende, an dem sie nicht die Spiele von Borussia Dortmund und Schalke verfolgen.

Im Oktober möchte Nöckel mit seiner Mannschaft nach Santa Susanna an der Costa Brava fahren. Dort findet jedes Jahr ein internationales Turnier für behinderte Fußballer statt, im Moment geht es noch darum, die Reise zu finanzieren.

Vorher steht aber noch die Rückrunde der GB Liga Westfalen an. Und da wird seine Mannschaft, die beim Turnier mit einem guten vierten Platz abschnitt, erneut die Verfolgung der Spitzenreiter – und Turniersieger – von der Werkstatt Gottessegen aus Dortmund Hörde aufnehmen. Am 10. September in Minden ist es soweit.

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